Mein Fußball-Woche

13.12.2014

Nackte Tatsachen in Neukölln

Drei Vereine müssen sich einen neuen Coach suchen

Frische Aufstiegshoffnungen für die Kreisliga A: Weil sich Landesligist Spandauer SV aus dem Spielbetrieb zurückgezogen hat, wird am Saisonende auch der zweitbeste Dritte in die Bezirksliga aufsteigen. Für Tjen Cheng hat sich dieses Thema allerdings endgültig erledigt. Der Trainer von Victoria Friedrichshain wird fortan nur noch als Jugendleiter fungieren. Spielbetriebsleiter Dieter Hermann zeigte wenig Verständnis für diese Entscheidung des Vorstands und legte seinen Betreuer-Posten vorerst nieder. Die Mannschaft bewies in der 1. Abteilung unterdessen eine enorme Moral und Rang Tabellenführer Tur Abdin nach einem 0:2-Rückstand noch ein Remis ab.

Auch in der 2. Staffel dreht sich das Personalkarussell: Alex Scharsig gibt aus zeitlichen Gründen sein Traineramt beim Weißenseer FC II auf. Wie der Verein diesen Abgang kompensiert, ist derzeit noch unklar. In seinem letzten Spiel wäre Scharsig mit seinem Team fast noch eine kleine Sensation gelungen. Dem Wartenberger SV forderte die WFC-Reserve alles ab, schlussendlich setzte sich der Favorit jedoch knapp mit 2:1 durch. Weil Aufstiegskonkurrent SV Buchholz gegen die Traber nicht über ein 1:1 hinauskam, ergatterte der WSV somit auf den letzten Metern die Herbstmeisterschaft. Meteor 06 kann sich ebenfalls über diesen inoffiziellen Titel freuen. Mehr noch: Die Weddinger sind derzeit das punktbeste Team der Liga. Im Spitzenspiel gegen den Friedrichshagener SV lieferte das Team von Coach Mustafa Öner einen weiteren Nachweis seiner Klasse – am Ende hieß es 3:1.

Der FSV wird derweil weiter vom Verletzungspech verfolgt. Angreifer Thomas Kulb, gerade erst auf den Platz zurückgekehrt, hat sich einen Riss im Meniskus zugezogen. In puncto Trainer-Rücktritte will sich die 3. Abteilung übrigens nicht lumpen lassen: Michael Kraack wird nach drei erfolgreichen Jahren die Berliner Brauereien verlassen. Die Ansprüche von Coach und Spielern liegen scheinbar zu weit auseinander.

Die nackte Wahrheit liegt auf dem Platz, heißt es allenthalben. Zu genau genommen hat diesen Spruch jener Mensch, der bei der Partie GW Neukölln gegen Eichkamp-Rupenhorn in der 4. Abteilung splitterfasernackt das Spielfeld stürmte. Viel schöner als das Spiel sei dieser Anblick auch nicht gewesen, sagte Neuköllns Co-Trainer Daniel Pawelik, der trotz des 4:0-Sieges unzufrieden mit seiner Mannschaft war. Sei's drum: Als bester Dritter wären die Grün-Weißen nach heutigem Stand in die Bezirksliga aufgestiegen – das ist die nackte Tatsache.

Von Jörn Lange und Andreas Krühler

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