Mein Fußball-Woche

03.12.2013

Mit Voodoo-Zauber aus dem Tabellenkeller

Der BSC Marzahn setzt seiner Negativserie mit unkonventionellen Mitteln ein Ende

Der BSC Marzahn kam am Sonntag im Derby gegen Nordost mit ungewöhnlichen Mitteln zum Sieg.

Nach zehn Spielen ohne Sieg hat sich Bezirksligist BSC Marzahn etwas ganz Besonderes einfallen lassen, um endlich mal wieder dreifach zu punkten. Trainer Thomas Meister vertraute auf eine Voodoo-Puppe – und der BSC gewann.

Aberglaube und ungewöhnliche Marotten sind im Fußball ja keine Seltenheit. Der eine betritt den Rasen immer zuerst mit dem rechten Fuß, der andere trägt unter dem Trikot stets sein Glücksshirt und es gibt sogar Spieler, die zwei verschiedenfarbige Schuhe tragen.

Das, was sich BSC Marzahn-Trainer Thomas Meister angesichts der Negativserie seiner Mannschaft in der Bezirksliga hat einfallen lassen, geht jedoch weit darüber hinaus. Nach zehn Spielen ohne Sieg griff der Marzahner vor dem Derby gegen den FC Nordost ganz tief in die Trickkiste.

„Ich habe zum Spiel eine Voodoo-Puppe mitgebracht“, erklärt Meister. Das gute Stück habe er zum Geburtstag bekommen und die Puppe sei extra mit Fußball-Begriffen beschriftet.

Mit Puppe und Nadel gegen die Negativserie

Mit Voodoo zum Erfolg? In Marzahn hat die einzigartige Maßnahme zumindest gefruchtet. Mit etwas Glück – und sicherlich ganz viel spirituellem Beistand – siegte das abstiegsbedrohte Team gegen den in der Tabellen deutlich besser dastehenden Lokalrivalen.

Ein Trikot der gegnerischen Mannschaft soll die Puppe aber nicht angehabt haben, versichert Meister – und verletzt hat sich bei Nordost glücklicherweise wohl auch niemand. „Ich habe die Nadel nur bei Heimsieg reingesteckt und es hat geklappt“, erzählt Meister, „zum nächsten Spiel muss ich die Puppe natürlich wieder mitbringen.“

In der Voodoo-Religion, die vor allem in Westafrika und Haiti praktiziert wird, soll Menschen durch das Stechen einer oder mehrerer Nadeln in eine Puppe Schmerz zugefügt werden.

Endet der Zauber schon am Sonntag?

Doch wie kommt man auf die Idee, Voodoo in der Kabine zu praktizieren, und wie muss man sich solch ein Ritual vorstellen? „Ich weiß nicht, ob meine Spieler mich für verrückt gehalten haben, als ich vor dem Spiel mit der Puppe in die Kabine kam. Gelacht haben sie zumindest alle“, sagt Meister.

Am kommenden Sonntag wartet nun allerdings Schwerstarbeit auf die Marzahner Voodoo-Anhänger. Es geht zum Auswärtsspiel bei Tabellenführer DJK SW Neukölln. „Vielleicht ist der Zauber da auch schon wieder vorbei“, sagt der Trainer. Ein Feld für Auswärtssieg gibt es auf dem Talisman nämlich nicht. „Ich glaube, da muss ich selbst noch was Passendes raufschreiben“, scherzt Meister. Mangelnde Kreativität kann man dem BSC sicherlich nicht vorwerfen.

Von Julian Graeber

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