Mein Fußball-Woche

22.09.2015

Meteors (Ex-)Spieler Asker K. bis 30. Juni 2017 gesperrt

Abgebrochenes Punktspiel wird für Makkabi gewertet – BFC wirft Übeltäter aus dem Verein

Nachdem es vor drei Wochen bei der Begegnung in der Kreisklasse C zwischen TuS Makkabi III und dem BFC Meteor III zu Handgreiflichkeiten und antisemitischen Äußerungen gekommen war, wurde die Partie abgebrochen. Am Freitag verhandelte das Sportgericht des Berliner Fußball-Verbandes den Streitfall.

Claudio Offenberg, Sportlicher Leiter des jüdischen Vereins TuS Makkabi, findet nicht, dass man zufrieden sein könnte. Denn dazu sei die ganze Angelegenheit viel zu traurig. Immerhin aber sagt Offenberg: „Das Wichtigste ist, dass ein Zeichen nach außen gesendet wurde.“


Es geht um den Spielabbruch vor drei Wochen beim Punktspiel in der Kreisklasse C zwischen TuS Makkabi III und dem BFC Meteor III. Auslöser war eine schwerwiegende Entgleisung des Meteor-Spielers Asker K., der einen Zuschauer sowohl tätlich attackiert als auch antisemitisch beleidigt hatte. Es folgten turbulente Szenen, mehrere Personen aus beiden Lagern gerieten aneinander. Dabei kam es zu Handgreiflichkeiten und wüsten Beschimpfungen.

Im Anschluss daran wurde die dritte Mannschaft des BFC Meteor aufgrund des Sonderberichts des Schiedsrichters vorläufig suspendiert. Asker K. erhielt eine temporäre Sperre. Von Makkabi wurde niemand sanktioniert. Am vergangenen Freitag verhandelte das Sportgericht des Berliner Fußball-Verbandes über den Fall – mit folgenden Ergebnissen:

Urteile betreffen Meteor – Keine Sanktionen gegen Makkabi

  • Meteor-Spieler Asker K. wird bis zum 30. Juni 2017 gesperrt und zudem mit einer Geldstrafe in Höhe von 300 Euro belangt.

  • Das abgebrochene Punktspiel wird für TuS Makkabi III als gewonnen gewertet. Zum Zeitpunkt des Abbruchs hatte Makkabi 1:0 geführt.

  • Die aufgrund der Suspendierung ausgefallen Spiele des BFC Meteor III werden allesamt für die jeweiligen Gegner gewertet.

  • Meteor III werden wegen rassistischer Verfehlungen in mindestens einem Fall zusätzlich noch drei weitere Punkte abgezogen.

  • Drei weitere beschuldigte Spieler des BFC Meteor wurden wegen gegensätzlicher Aussagen freigesprochen.

  • TuS Makkabi wurde nicht sanktioniert.

  • Die Kosten des Verfahrens hat Meteor zu tragen.

Eine Annäherung zwischen beiden Klubs erscheint fraglich – Pokalduell am 11. Oktober

Beide Vereine akzeptierten die Urteile, die somit rechtskräftig sind. Ob sich beide Klubs künftig wieder annähern können, erscheint jedoch fraglich. „Ich bin gespannt, ob Meteor diesen Vorfall intern seriös aufarbeitet“, sagt Offenberg. Bei Makkabi erwarte man, dass Meteor innerhalb der eigenen Reihen „reinen Tisch“ mache. Mit Verleumdungen, Relativierungen und mit dem Leugnen von Verfehlungen müsse Schluss gemacht werden. Erst dann bestünde Hoffnung auf einen sauberen, ehrlichen Neuanfang.

Meteors Geschäftsführer Adel Ghazi betonte jedoch, dass es sich um einen Einzelfall gehandelt habe. „Das war der erste Vorfall dieser Art in unserer Vereinsgeschichte“, sagt er. Asker K. wurde inzwischen übrigens aus dem Verein geworfen. Weitere Maßnahmen will man beim BFC Meteor nicht ergreifen.

Pikant dürfte der 11. Oktober werden. Dann nämlich treffen die zweiten Mannschaften beider Klubs im Pokal aufeinander. „Wir freuen uns auf dieses Spiel“, sagt Ghazi.

Andreas Krühler 

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