Mein Fußball-Woche

18.11.2014

Mann der Woche: Sheringham und Solskjaer in Personalunion

Tom-Niclas Zeih schießt den Nordberliner SC mit einem Doppelpack zum Last-Minute-Sieg

Tom-Niclas Zeih (r., hier gegen den Hermsdorfer Malte Schütz) ist die Lebensversicherung des Nordberliner SC. Foto: JouLux

Was Teddy Sheringham und Ole Gunnar Solskjaer 1999 für Manchester United waren, war Tom-Niclas Zeih am Sonntag für seinen Nordberliner SC. Beim Berliner SC bog die „Lebensversicherung“ den 0:1-Rückstand in den letzten Minuten nach zwei Standardsituationen um und sicherte dem NBSC den dritten Saisonsieg.

Es gibt wohl kaum einen Fußballfan, der sich nicht an den Last-Minute-Sieg von Manchester United im Champions-League-Finale 1999 gegen den FC Bayern erinnert. Bis in die Nachspielzeit führten die Münchner in Barcelona durch ein Freistoßtor von Mario Basler 1:0 und sahen wie der sichere Sieger aus. Doch dann kamen zwei Ecken – und das Sturmduo Teddy Sheringham/Ole Gunnar Solskjaer entriss den Bayern den Titel mit einem Doppelschlag.

Wieder gegen den Berliner SC

Was Sheringham und Solskjaer für ManU waren, war Tom-Niclas Zeih am Sonntag für den Nordberliner SC in einer Person. Gastgeber Berliner SC führte durch einen späten Treffer von Jokisch 1:0. „In der letzten Saison waren wir beim BSC auch spät in Rückstand geraten und da habe ich in der 90. Minute noch den Ausgleich gemacht“, erzählt Zeih. Diesmal gab sich der 24-Jährige nicht mit einem Treffer zufrieden und drehte das Spiel in den letzten Minuten sogar komplett. Ein Schuss aus Nahdistanz nach einem Standard glich die Partie in der 89. aus, bevor Zeih nach einer Ecke den Siegtreffer erzielte. Der Jubel auf Seiten des NBSC war dementsprechend groß.

„Er ist unsere Lebensversicherung“, sagt der Sportliche Leiter Martin Stelzer über den Torjäger. Ein Blick auf die Statistik gibt Stelzer recht. Neun der 13 Tore der Nordberliner in der Berlin-Liga hat der Stürmer geschossen. Doch damit nicht genug: Bei den einzigen drei Saisonsiegen in der Liga gab es nur einen Torschützen: Tom-Niclas Zeih. Ein Tor gegen Hermsdorf zum 1:0 am 17. August, ein Dreierpack beim 3:1 gegen Inter am 18. Oktober und nun der Last-Minute-Doppelpack gegen den BSC.

Flaute unter Schmerzen

„Es wäre schon wichtig, wenn wir die Last bei den Toren auf mehrere Schultern verteilen würden, ich kann schließlich nicht jedes Spiel entscheiden“, merkt der Zweite der Torschützenliste jedoch an. Das wurde besonders in den vergangenen Wochen deutlich, als Zeih seiner Form hinterherlief. Eine Zehenverletzung hemmte den Stürmer und unter Schmerzen gelang ihm in vier Spielen kein Treffer. „Letzte Woche hat er noch einen nach dem anderen verstolpert“, sagt Stelzer lachend, „am Sonntag hat er zwar nicht gut gespielt, die Dinger aber gemacht.“

Als persönliches Ziel hat sich Zeih mehr Tore als in der vergangenen Saison vorgenommen. Sollte der 24-Jährige verletzungsfrei bleiben und in keine Schaffenskrise fallen, wird diese Marke von 15 Treffern wohl schon bald fallen. Ein paar Tore mehr werden aber auch seine Mitspieler schießen müssen, soll es für die Nordberliner mit dem Klassenerhalt klappen. Denn ein Last-Minute-Doppelpack gelingt auch einem Torjäger nicht jede Woche– selbst wenn er für sein Team Teddy Sheringham und Ole Gunnar Solskjaer in Personalunion ist.

Julian Graeber

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