14.10.2014

Mann der Woche: Lichtenbergs Methusalem

Der 47er Björn Bandermann trumpft beim 4:0 im Pokal gegen den Berliner AK groß auf

Beackert seit 2005 die linke Seite von Lichtenberg 47: Björn Bandermann. Foto: JouLux

Das 4:0 von Oberligist Lichtenberg 47 beim wiedererstarkten Regionalligisten Berliner AK am vergangenen Wochenende war zweifelsohne eine der großen Überraschungen im Berliner Pokal. Enormen Anteil am Coup der 47er hatte deren Ältester, Björn Bandermann, der für die FuWo der „Mann der Woche“ ist.

Bei Lichtenberg 47 ist er eine Institution. Seit 2005 beackert Björn Bandermann die linke Seite des Oberligisten und hat etliche Höhen und Tiefen mitgemacht. Am vergangenen Sonnabend erlebte er eine Sternstunde: Mit 4:0 Toren wurde Regionalligist Berliner AK in der 2. Hauptrunde des Pokal-Wettbewerbs förmlich deklassiert. Und Bandermann hatte großen Anteil daran.

„Das war sicherlich eines meiner besten Spiele“, sagt der 29-Jährige. Der favorisierte BAK bekam den Linksfuß nie in den Griff. Bandermann tat 90 Minuten lang das, was er am besten kann: kämpfen, ackern, mitreißen. Und ganz nebenbei Tore erzielen. Das 1:0 der 47er wurde offiziell zwar als Eigentor von BAK-Verteidiger Lichte gewertet. Doch viele sahen in Bandermann, der zuvor den Ball scharf hereingebracht hatte, den wahren Torschützen, da Lichte das Spielgerät lediglich ins eigene Netz abfälschte. Später traf Lichtenbergs Nummer acht mit einem satten Schuss auch noch zum 3:0 und drückte dem Pokalspiel damit endgültig seinen Stempel auf.

Der Gewinn des Pokals ist sein großer Traum

Dass Lichtenberg den klassenhöheren Gegner dermaßen beherrschen würde, war keineswegs vorherzusehen. Während der BAK in der Regionalliga zuletzt in die Erfolgsspur zurückgefunden hat, läuft es bei den 47ern in der Oberliga noch nicht rund. Mit dem derzeitigen neunten Platz sind sie hinter den Erwartungen zurückgeblieben. So gingen die Lichtenberger als Außenseiter in die Partie. „Unsere Trainer haben uns aber hervorragend eingestellt“, erzählt Bandermann, dem es großen Spaß macht, mit den ganzen jungen Spielern zu kicken.

Bandermann ist der mit Abstand älteste Spieler in der 47-Mannschaft. Er ist sozusagen der Methusalem – mit 29 Jahren. Einer, der noch die gute, alte Fußballschule verkörpert. „Fußballerisch gibt es sicherlich bessere als mich“, gibt Bandermann ganz offen zu. Doch er sei willensstark und gebe kämpferisch immer alles. Mit dieser Spielweise hat er sich zuletzt sogar ein bisschen den Ruf eines Rüpels erworben. Derzeit sitzt er eine Rotsperre ab, auch in der vergangenen Spielzeit wurde er wegen groben Foulspiels einmal des Feldes verwiesen. „Ich bin sicherlich kein Unschuldslamm, doch diese beiden Roten Karten waren die einzigen in meiner Laufbahn“, betont Bandermann.

Was ihm in seiner Karriere noch fehlt, ist der Gewinn des Berliner Pokals. „Dreimal stand ich bereits im Finale, hab jedes Mal verloren. Vielleicht klappt’s ja in dieser Saison“, hofft Bandermann. Wenn er immer so spielt wie am vergangenen Sonnabend, könnte sein Traum in Erfüllung gehen. Falls nicht, kann er sich immerhin damit rühmen, „Mann der Woche“ der FuWo geworden zu sein.

Von Andreas Krühler

Die Höhepunkte des Pokalspiels Berliner AK gegen Lichtenberg 47 im Video:

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