Mein Fußball-Woche

04.11.2014

Mann der Woche: Fröhlicher geht’s nicht

Julian Fröhlich schießt den SC Gatow II mit vier Toren in 18 Minuten zum Sieg

2012 stand Julian Fröhlich (l.) mit dem SC Gatow im Endspiel um den Berliner Pokal. Nun geht er in der Kreisliga A auf Torejagd. Foto: JouLux

Die A-Liga-Partie zwischen der Reserve des SC Gatow und Berolina Mitte II wurde zur großen „Julian-Fröhlich-Show“. Bis zur 72. Minute hatte der 27 Jahre alte Angreifer bereits ein Tor erzielt und zwei weitere Treffer vorbereitet. Doch was dann folgte, hätte ihm selbst sein Trainer nicht zugetraut. Für die FuWo ist Fröhlich der „Mann der Woche“.

Es war ein Schlagabtausch der besten Sorte: Im A-Liga-Spiel zwischen der Reserve des SC Gatow und Berolina Mitte II konnte einem als Zuschauer fast schwindelig werden. Sechs Tore hatten für drei Führungswechsel gesorgt, nun, nach 72 Minuten, stand es 3:3. Genug Spektakel, sollte man meinen. Die große Show aber sollte erst noch folgen.

Die verbleibende Spielzeit stand ganz im Zeichen von Gatows Stürmer Julian Fröhlich. Als der 27-Jährige einen Gang hochschaltete, konnte die Gäste-Abwehr nicht mehr folgen. Mit vier Treffern bescherte Fröhlich, der zuvor schon das 2:2 erzielt hatte, dem bis dahin hart umkämpften Duell einen eindeutigen 7:3-Endstand. Vier Tore in 18 Minuten – Fröhlicher geht’s nicht.

„Ein paar Kilos zu viel“

Für Gatows Trainer Marco Hechtfisch sind die Abschlussqualitäten seines Angreifers zwar über jeden Zweifel erhaben. Dass Fröhlich aber ausgerechnet in der Endphase des Spiels den Turbo zündete, verwunderte selbst ihn ein wenig. Daraus, dass er „ein paar Kilos zu viel“ mit sich herumträgt, macht auch Fröhlich keinen Hehl. „Berolina“, sagt er mit einem Schmunzeln, „hat zum Schluss anscheinend noch ein bisschen mehr abgebaut als ich.“

Bis zum Sommer lief Fröhlich noch für Gatows erste Mannschaft in der Berlin-Liga auf. In den vergangenen zwei Jahren rückte sein Fokus jedoch zunehmend auf den Job. Inzwischen kümmert er sich um das Sportmarketing einer Bank, viel Zeit für ambitionierten Fußball bleibt ihm daher nicht mehr. Als Konsequenz wechselte er zur laufenden Saison in die Reserve. Die Vorzeichen in der Kreisliga A sind klar: weniger Leistungsdruck, dafür umso mehr Spaß am Fußball.

Kaltschnäuzigkeit und Cleverness

„Julian ist enorm stark im Eins-gegen-eins und kann den Ball mit seinem Körper unwahrscheinlich gut abschirmen“, sagt Trainer Hechtfisch. Fröhlich selbst bezeichnet sich als typischen Strafraumstürmer. Er ist ausgestattet mit zwei starken Füßen und verfügt dank seiner 1,84 Meter auch über ein gutes Kopfballspiel.

Vor allem aber hat er das, was gute Stürmer auszeichnet: Kaltschnäuzigkeit und Cleverness. Bei einem seiner Treffer vom vergangenen Sonntag narrte er erst zwei vor ihm postierte Verteidiger mit einer Finte, um Sekundenbruchteile später auch noch Bero-Torwart Tim Wolf zu verladen und dann aus zwei Metern locker einzuschieben.

Von einer „One-Man-Show“ kann in Gatow allerdings keine Rede sein. „Ich bin extrem gut bedient worden“, sagt Fröhlich. Seine Mitspieler wissen den Angreifer in Szene zu setzen. Und mit Sturmpartner Marian Singhofen, dem er am Sonntag zwei Tore auflegte, versteht sich Fröhlich ohnehin fast blind.

230 Tore in vier Jahren

Das Toreschießen liegt Fröhlich im Blut. In der Jugend gelangen ihm in vier Spielzeiten über 230 Treffer. Mit 17 debütierte er bei den Gatower Männern in der Landesliga und landete wenig später beim Spandauer SV, mit dem er in die Oberliga aufstieg. „Mit dem Herzen bin ich aber in Gatow geblieben“, sagt Fröhlich. Die Rückkehr zu seinem Heimatklub war die logische Konsequenz.

Für die Kreisliga A hat er sich vor Saisonbeginn eher moderate Ziele gesetzt. 20 Tore wollte Fröhlich schießen. Nach seinen fünf Treffern vom vergangenen Spieltag steht er nun bereits bei 14. Sein Gala-Auftritt kommt ihn allerdings teuer zu stehen: Dank lupenreinem Hattrick, Überschrift in der „Fußball-Woche“ und Nennung in der „Elf des Tages“ muss er seinem Team gleich drei Runden ausgeben. Mit dem FuWo-Titel „Mann der Woche“ dürfte nun eine weitere hinzu kommen.

Von Jörn Lange

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