12.11.2014

Mann der Woche: Ein Comeback wie aus dem Bilderbuch

Daniel Furch vom SV Bau-Union trifft nach elf Wochen Pause mit dem ersten Ballkontakt

So torgefährlich wie lange nicht: Daniel Furch (rotes Trikot) vom SV Bau-Union. Foto: Privat.

Als Angreifer Daniel Furch vom A-Ligisten SV Bau-Union am vergangenen Sonntag eingewechselt wurde, freute er sich zunächst nur über den ersten Einsatz seit seiner schweren Bänderverletzung. Mit dem, was dann passierte, hatten jedoch weder er noch Gegner BFC Südring gerechnet. Unser „Mann der Woche“.

Als der Ball in den Füßen von Daniel Furch landet, hat der Schiedsrichter das Spiel gerade erst wieder angepfiffen. Die Situation: 46. Minute, 35 Meter Torentfernung, nahe der rechten Auslinie. Seine Gegenspieler vom BFC Südring lassen dem 32 Jahre alten Angreifer des SV Bau-Union viel Platz, also setzt Furch zur Flanke an. Das Spielgerät segelt in hohem Bogen in den gegnerischen Strafraum, doch statt auf dem Kopf eines Spielers zu landen, wird der Ball immer länger – und senkt sich schließlich hinter dem gegnerischen Torwart ins Netz. Ungläubiges Staunen bei Südring, unbändiger Jubel bei Bau-Union.

Für Furch war der Treffer weit mehr als nur „ein kleines Traumtor“. Um die Magie des Moments zu verstehen, muss man im Leben des Stürmers elf Wochen zurückspulen. Am 2. Spieltag war Furch während der A-Liga-Partie gegen den SV Buchholz schwer umgeknickt. Die Diagnose ergab einen doppelten Bänderriss im rechten Fuß. Elf Wochen Pause.

Der Fußverband hilft mit

Eine Operation blieb Furch zwar erspart, die gut 70 Tage ohne Fußball haben ihm aber trotzdem mächtig zugesetzt. „Ich bin ein sehr sportfokussierter Mensch“, sagt der IT-Experte. „Ich sitze viel im Büro und brauche das als Ausgleich. Außerdem habe ich ohne Fußball gleich das ein oder andere Kilo zugenommen.“

Erst in der vergangenen Woche trainierte Furch erstmals wieder mit der Mannschaft. Und weil die Personalsituation bei den Bau-Unionern derzeit äußerst angespannt ist, dachten Furch und sein neuer Trainer Detlef Diehle prompt über einen Einsatz nach. Am vergangenen Sonntag schickte der Coach den Stürmer dann mit Beginn der zweiten Halbzeit aufs Feld.

Was folgte, war ein Comeback wie aus dem Bilderbuch. Tatsächlich handelte es sich bei Furchs „Flanken-Tor“ um seinen allerersten Ballkontakt seit seiner Verletzung. Und wer weiß – vermutlich wäre dieser kuriose Treffer ohne seine Blessur gar nicht zustande gekommen. „Der Ball ist mir ordentlich abgerutscht“, gibt Furch unumwunden zu, „wahrscheinlich auch, weil ich mit einem Verband am Fuß gespielt habe.“

Mehr Kämpfernatur als Super-Knipser

Sein Treffer zum 3:0 brachte die Bau-Unioner gegen Südring endgültig auf die Siegerstraße. Am Ende hieß es 7:2 – auch, weil Furch noch zwei weitere Tore beisteuerte. Sowohl das 6:1 als auch das 7:1 fielen jedoch auf eher unspektakuläre Art und Weise. „Ich bin kein Super-Knipser, sondern eher der Typ, der dahin geht, wo es weh tut“, sagt Furch über sich selbst.

Seine Torausbeute sei in den vergangenen Jahren nicht gerade überragend gewesen, außerdem werde er in den Laufduellen mit der zum Teil deutlich jüngeren Konkurrenz immer häufiger zweiter Sieger. Manchmal, sagt Furch, denke er schon darüber nach, in den Seniorenbereich zu wechseln. Angesichts seines furiosen Comebacks sollte es unser „Mann der Woche“ mit diesem Schritt wohl nicht überstürzen.

Von Jörn Lange

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