21.10.2014

Mann der Woche: Der jüngste Leader der Liga

Marino Stawrakakis schießt den Landesligisten FC Viktoria 89 II mit fünf Toren zu zwei Siegen

Hat momentan einen Lauf: Stürmer Marino Stawrakakis (l.) vom FC Viktoria 89 II. Foto: JouLux

Viel besser hätte die vergangene Woche für Marino Stawrakakis nicht laufen können. Erst gelang dem Angreifer des FC Viktoria 89 II im Nachholspiel gegen Türkiyemspor ein Doppelpack, dann legte er am Sonntag beim Mariendorfer SV einen Hattrick nach. An den beiden deutlichen Siegen seines Teams war der 21-Jährige somit maßgeblich beteiligt. Für die FuWo-Redaktion ein Grund mehr, ihn zum "Mann der Woche" zu küren.

Gutes Wetter, gepflegter Rasen, gleißend helles Flutlicht – die Bedingungen vor dem Nachholspiel zwischen den Landesligisten FC Viktoria 89 II und Türkiyemspor waren geradezu perfekt. Diese Voraussetzungen, sagt Marino Stawrakakis, hätten ihn und seinen Teamkollegen am Dienstag vor einer Woche zusätzlich motiviert.

Tatsächlich legte die Viktoria-Reserve im Stadion Lichterfelde einen echten Blitzstart hin. Stawrakakis traf bereits nach sechs Minuten zum 1:0, bis zur Pause sollten drei weitere Viktoria-Treffer folgen. In Durchgang zwei gingen es die Gastgeber dann zwar etwas gemächlicher an, doch Stawrakakis, der den Torreigen eröffnet hatte, ließ es sich nicht nehmen, auch den 5:0-Schlusspunkt (50.) zu setzen.

Weit mehr als ein Abstauber

Für den 21 Jahre alten Angreifer war sein Doppelpack gegen Türkiyem der Auftakt einer bemerkenswerten Woche. Denn im Gastspiel beim Mariendorfer SV machte er am vergangenen Sonntag genau dort weiter, wo er fünf Tage zuvor aufgehört hatte. Mit einem lupenreinen Hattrick schoss er seine Mannschaft in der zweiten Halbzeit zu einem 4:0-Erfolg. Fünf Tore in zwei Spielen – eine Bilanz, die sich sehen lassen kann.

„Er hat genau das gemacht, was wir uns von ihm erhoffen“, sagt Viktorias Co-Trainer Andreas Beister. „Marino steht einfach dort, wo er stehen muss.“ So wertvoll diese Qualität auch ist, auf die Rolle des treffsicheren Abstaubers lässt sich Stawrakakis nicht reduzieren.

Dass er auch für starke Einzelleistungen gut ist, bewies sein zweiter Treffer gegen Mariendorf. Über die rechte Seite zog er in den Strafraum, narrte einen Verteidiger mit einer Finte und anschließendem Beinschuss und hämmerte den Ball mit dem linken Fuß in den linken Winkel.

Für Viktorias Reserve ist der Sohn einer Griechin und eines Deutschen weit mehr als ein Knipser. Seit seinem vierten Lebensjahr ist er Mitglied bei den Tempelhofern, schon jetzt ist er so etwas wie ein Vereins-Urgestein.

Die 1. Mannschaft im Blick

In der B-Jugend wagte er einen Abstecher zu Hertha Zehlendorf, nach dem Abitur gönnte er sich eine Auszeit in Griechenland. Immer wieder aber kehrte er zu Viktoria zurück. In einem Team voller Jungspunde zählt er inzwischen zu den erfahrensten Akteuren. Sein Wort hat Gewicht in der Mannschaft, er ist ein Führungsspieler. Vielleicht ist der 21-Jährige der jüngste Leader der Landesliga.

„Momentan hat Marino eine hervorragende Form“, sagt Co-Trainer Beister. „Für einen Spieler in seinem Alter geht es aber vor allem darum, seine Leistung Woche für Woche zu bestätigen.“ Stawrakakis selbst hat sich mit 20 Saisontoren ein persönliches Ziel gesetzt. Nach acht Spielen steht er bereits bei neun Treffern.

Trotz des Einstiegs in Berufsleben (Duales Studium) will er weiter voll angreifen und sich für den Regionalliga-Kader empfehlen. Die FuWo-Auszeichnung zum „Mann der Woche“ wird dabei sicher nicht schaden.

Von Jörn Lange

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