04.12.2013

„Männerfußball geht anders“

Trotz zweimaliger Führung zu Hause erneut sieglos

Foto: Kuppert

Haarsträubende Abwehrfehler haben zum Hinrundenfinale für miese Stimmung bei Babelsberg 03 gesorgt. Trotz zweimaliger Führung unterlagen die Nulldreier einem spielerisch klar unterlegenen Gegner aus Meuselwitz mit 3:4. Somit wartet Babelsberg seit dem 3. Spieltag (2:1 gegen Zwickau am 18. August) auf einen Heimsieg. Aus den letzten sechs Spielen im Karl-Liebknecht-Stadion holte die Mannschaft von Trainer Cem Efe lediglich einen Punkt und muss sich in der Tabelle erst einmal nach unten orientieren.

Es ehrte die Babelsberger, dass sie nicht etwa den sehr umstrittenen Foulelfmeter, den die Gäste zum Siegtreffer nutzten, für die Niederlage verantwortlich machten. Der ansonsten gute Schiedsrichter Robert Wessel zeigte nach einem Laufduell zwischen Mihm und Weinert – beide waren im Strafraum zu Boden gegangen – zur Überraschung aller auf den Punkt. 03-Keeper Gladrow, der an allen Gegentoren schuldlos war, ahnte zwar die richtige Ecke, doch Lucks Schuss war zu hart und platziert. Knapp 20 Minuten blieben den Babelsbergern noch, um den erneuten Ausgleich zu erzielen. Mit Albrecht, Koc, Druschky und Makangu standen inzwischen vier Stürmer auf dem Platz. Doch Meuselwitz überstand die Schlussoffensive mit Glück und Geschick.

So verhinderte Torwart Teichmann in der 88. Minute mit einer Glanzparade gegen Druschky das 4:4. Der einmal mehr bärenstarke Koc allein konnte die Niederlage nicht verhindern. Vielmehr mussten sich an diesem nasskalten Freitagabend einige Mitspieler aus der Defensivabteilung fragen, ob sie tatsächlich die Regionalligareife besitzen. „Einige von uns haben Jugendfußball gespielt“, schimpfte 03-Trainer Cem Efe. „Männerfußball geht anders. Für diese Leistung möchte ich mich bei den Zuschauern entschuldigen.“ Jede auch noch so brenzlige Situation wollten die Babelsberger stets spielerisch lösen. Das ging vor allem in der ersten Halbzeit mehrfach daneben. Vor dem ersten Gegentor brachte von Piechowski seinen Mitspieler Moral mit einem Querpass in die Bredouille. Prompt eroberte Meuselwitz den Ball am Babelsberger Strafraum, wenige Sekunden später war's passiert – 1:1. „Auch der beste Abwehrspieler der Welt jagt den Ball manchmal auf die Tribüne“, kommentierte Babelsbergs Sportdirektor Alemdin Civa das Abwehrverhalten der Filmstädter.

Das Fehlen von Innenverteidiger Julian Prochnow, der wegen einer Kopfverletzung auch im letzten Spiel des Jahres am Sonntag in Leipzig ersetzt werden muss, machte sich erneut bemerkbar. In der Abwehr fehlte die ordnende Hand und ein Spieler, der lautstark die Ärmel hochkrempelt. Ohne Prochnow musste Babelsberg nach dem 2:5 in der Vorwoche gegen Hertha BSC II in den letzten beiden Spielen neun Gegentore schlucken. „Der Trainer macht alles richtig, wir Spieler nicht“, ärgerte sich Doppeltorschütze Koc nach seinem wohl letzten Heimspiel für Babelsberg 03.

Babelsberg 03 – ZFC Meuselwitz 3:4 (2:3)

BABELSBERG: Gladrow – Zimmer, Hebib, von Piechowski (77. Becker), Mihm – Moral (46. Drusckky), Sindik – Koc, Blazynski, Schwarz (64. Makangu) – Albrecht.
MEUSELWITZ: Teichmann – Luck, F. Müller (72. Weiske), Ferl, Böhme – Weinert, D. Müller, Rudolph, Boltze – Albert (84. Jentzsch) – Starke.
SR: Wessel (Berlin) – z.Z.: 1453.
TORE: 1:0 (8.) Koc, sehenswerter 18-Meter-Schuss an die Lattenunterkante, 1:1 (23.) D. Müller, 2:1 (32.) Koc, direkter Freistoß von halblinks ins lange Eck, 2:2 (39.) Starke, drückt den Ball nach einer Ecke aus kurzer Distanz über die Linie, 2:3 (45.) D. Müller, Kopfball, 3:3 (69.) Druschky, 16-Meter-Flachschuss ins linke Eck, 3:4 (74.) Luck, Foulelfmeter (Mihm an Weinert).
GELBE KARTEN: Blazynski – Weinert, Starke, Albert, Böhme, Boltze, Jentzsch.
BESTE SPIELER. Koc, Sindik – D. Müller, Albert.

Von Ulli Meyer

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