19.11.2014

Kreisliga A: Einspruch von SW Spandau abgelehnt

A-Kreisligist klagt gegen eine Niederlage, weil der eigene Spieler nicht des Feldes verwiesen wurde

Zweimal Gelb bedeutet normalerweise Gelb-Rot. Dennis Ludwig von SW Spandau durfte am Wochenende dennoch weiterspielen. Foto: JouLux

Am vergangenen Wochenende sah Dennis Ludwig von SW Spandau beim Spiel gegen die Spandauer Kickers II gleich zwei Mal die Gelbe Karte, wurde jedoch fälschlicherweise nicht vom Platz gestellt. Wegen dieses Regelverstoßes legte der Tabellenzweite der Kreisliga A (4. Abteilung) Einspruch gegen die Wertung der 1:2-Niederlage ein. Die Begründung klingt irrwitzig.

Ist es ein Nachteil, wenn man eine Partie mit elf Spielern beenden darf, obwohl ein Akteur der eigenen Mannschaft eigentlich des Feldes hätte verwiesen werden müssen? Beim SC SW Spandau, dem Tabellenzweiten in der 4. Abteilung der Kreisliga A, wird das offenbar so gesehen. Am vergangenen Sonntag unterlag das Team von Trainer Thomas Heim den Spandauer Kickers II 1:2. Dabei sah Dennis Ludwig vom SC gleich zwei Mal die Gelbe Karte – und durfte fälschlicherweise weiterspielen.

„Wir haben das während des Spiels erst gar nicht bemerkt“, berichtet Heim. Schiedsrichter Nils Ebel ebenfalls nicht, dabei muss er jede Verwarnung auf seiner Notizkarte vermerken. Anscheinend sind ihm Ludwigs zwei Gelbe Karten aber nicht aufgefallen. Erst im Laufe der Partie bemerkte Ebel seinen Fauxpas, wollte ihn dann aber nicht mehr korrigieren. Und was tat Ebel? Er sprach nach der Begegnung mit den Verantwortlichen von SW Spandau und gab seinen Fehler zu. „Dann hat er uns sogar dazu geraten, gegen die Wertung des Spiels zu klagen“, erzählt Heim. In der Berlin-Liga habe es angeblich schon mal einen vergleichbaren Fall gegeben.

„Platzverweis gegen eigene Mannschaft führt zu einer zusätzlichen Motivation“

So ließ SW Spandau nichts unversucht und legte sogleich schriftlich Einspruch gegen die Niederlage beim Berliner Fußball-Verband (BFV) ein. Interessant ist dabei die Begründung der Schwarz-Weißen: „Gerade im Fußball ist es ja so, dass ein Platzverweis gegen die eigene Mannschaft zu einer zusätzlichen Motivation führen kann“, sagt Marco Jahn im Brustton der Überzeugung. Jahn ist gleichzeitig Kapitän des Teams und Kassierer im Vorstand. Dieser Vorteil – die Zusatzmotivation durch eine Dezimierung des eigenen Teams – sei den Spandauern also genommen worden.

Warum hat Dennis Ludwig den Schiedsrichter dann nicht darauf aufmerksam gemacht, dass er eigentlich hätte Gelb-Rot sehen müssen? „Der hat das während des Spiels auch nicht mitbekommen“, meint Heim, der sich darüber hinaus Unfairness nicht vorwerfen lassen möchte: „Die Spandauer Kickers sind mit sieben Spielern aus ihrer Landesliga-Mannschaft aufgelaufen. Das hat mit Fairness auch nichts zu tun.“

Beim BFV konnten die verantwortlichen Personen über den Einspruch von SW Spandau nur ihre Köpfe schütteln. „So etwas habe ich noch nie erlebt“, sagt Michael Fischer, Spielleiter der Kreisliga A. Lange dauerte es dann auch nicht, ehe das Sportgericht ein Urteil zu diesem Streitfall verkündete. Schon am Dienstagabend gab es folgende Mitteilung: „Der Einspruch des SC SW Spandau wird abgewiesen. [...] Die Ansicht des SC SW Spandau, dass ein Nachteil vorlag, weil der eigene Spieler nicht des Feldes verwiesen wurde, kann das Sportgericht nicht nachvollziehen.“

AK

Kommentieren

Vermarktung:

Mehr zum Thema