24.07.2016

Knackpunkt Winterpause

Mit frischer Offensivpower gelingt Türkiyemspor II im zweiten Anlauf der ersehnte Aufstieg

Freude pur bei den Spielern von Türkiyemspor: Dank eines beeindruckenden Schlussspurts mit zehn Siegen in den letzten zehn Spielen gelang der Reserve die Meisterschaft in der 2. Abteilung der Kreisliga B. Jetzt wollen die Kreuzberger in der Kreisliga A eine gute Rolle spielen. Foto: Verein

Mit zehn Siegen in den letzten zehn Spielen bei einem Torverhältnis von 55:5 ist Türkiyemspor II zum Titel in der 2. Abteilung der Kreisliga B gestürmt. Damit war zunächst nicht zu rechnen. Türkiyemspor startete mit der Bürde des knapp verpassten Aufstiegs in die Saison, aber die Kreuzberger verwandelten die Enttäuschung des Geschehenen in Kraft für einen neuen Angriff. In den ersten zehn Spielen blieb die Mannschaft von Trainer Roland Wylezol neun Mal unbesiegt und grüßte von der Tabellenspitze. Doch vor der Winterpause schwächelte die Mannschaft. Gegen Charlottenburg-Wilmersdorf II (0:4) und am letzten Hinrundenspieltag gegen Hohen Neuendorf II (1:7) setzte es herbe Niederlagen. 

„Ein Knackpunkt“, sagt Wylezol. „Ein Teil des Teams und ich haben uns in der Winterpause zusammengesetzt. Bei einigen gab es Zweifel, ob es bei uns überhaupt für den Aufstieg reicht. Ich war davon überzeugt, dass es reicht.“ Dafür musste jedoch an der mangelnden Trainingsbeteiligung gearbeitet werden. Wylezol und seine Jungs wollten Gas geben und taten das auch. „Im Schnitt waren danach 18 Leute beim Training. Das war ein Grund für unsere gute Rückrunde“, ist sich Wylezol sicher. 


Zudem lösten die Blau-Roten ihre Offensivprobleme. Auf 32 Tore in den ersten 14 Spielen folgten 69 Tore in der Rückserie – eine enorme Steigerung. Aus dem vorrangig defensiv stabilen Türkiyemspor II wurde ein früh angreifendes, dominant agierendes Spitzenteam. „Wir hatten Lust, nach vorne zu spielen und haben dem Spiel unseren Stempel aufgedrückt“, erklärt der Coach. Zusätzlich kehrten mit Antonio Harzer (Kreuzbandriss) und Kahn Akman (hatte eine höherklassige Herausforderung gesucht) zwei wichtige Offensivakteure der Vorsaison zurück. „Zusammen mit Moritz Schmidt, Niels de Groot und Sören Hartwigsen hatten wir jetzt fünf Spieler auf einem Level, die die drei Positionen in der Spitze besetzen konnten. Das war wahnsinnig wichtig“, so Wylezol. Ein Sonderlob hat der Trainer für Moritz Schmidt übrig: „Er ist der perfekte Stürmer: schnell, kopfballstark und er läuft die richtigen Wege. Er hätte noch mehr Tore gemacht, wenn er nicht so oft gefehlt hätte.“ 
 
Es sprangen aber auch immer wieder andere in die Bresche. So standen am Ende der Saison 23 unterschiedliche Torschützen zu Buche. Wylezol weiß die Vielseitigkeit zu schätzen: „Wir haben einen breiten Kader, viele gefährliche Stürmer und auch im Mittelfeld torgefährliche Spieler. Diese Unberechenbarkeit war in dieser Saison eine unserer Stärken.“ Genauso, wie die Chemie und der Charakter der Mannschaft, glaubt der Coach: „Trotz 28 Mann im Kader ist die Stimmung nie umgekippt. Es gab nie Stress, auch nicht mit den Gegnern.“

Die starke Defensive sieht der Coach als Inbegriff der interessanten Mischung und guten Chemie innerhalb der Mannschaft: „In der Verteidigung spielen in der Regel Henning Rohwedder, mit über 40 Jahren unser Routinier, und Marco Walter, ebenfalls ein Arrivierter und gleichzeitig Herzstück, sowie Organisator. Und dann ist da noch Nils Lüttschwager, der noch zu den jungen Wilden gehört, sich aber super eingefügt hat. Die drei bilden ein super Team.“ Prunkstück der Defensive bleibt aber Torwart Hendrik Lüttschwager. Er ist nicht nur ein starker Rückhalt und sicherer Elferschütze (siehe Torschützen), sondern kümmert sich auch außerhalb des Platzes um die Belange der Mannschaft. Für Wylezol der Spieler, „der am meisten heraussticht. Manchmal wundere ich mich, dass er bei uns spielt. Ich freu mich aber natürlich auch darüber.“

Das bleibt auch eine Liga höher so. Türkiyemspor II hat keine Wechselwelle zu erwarten. Und so stellt sich die Frage, ob die Kreuzberger nach zwei Aufstiegen in drei Jahren auch die Kreisliga A durchwirbeln werden. „Wir können oben mitspielen, wenn alle dabei bleiben und die Dynamik erhalten bleibt“, ist Wylezol noch vorsichtig. „Aber ich freue mich und habe total Bock drauf.“ Besonders auf Staffelgegner BSV 92. Der Verein, von dem sich Wylezol & Co. vor drei Jahren als dritte Mannschaft in Richtung Türkiyemspor aufmachten. 

Die 101 Tore für Türkiyemspor erzielten:

M. Schmidt (20), De Groot (11), Harzer (8), Torwart Hendrik Lüttschwager (8), Uzunbayir (7), Akman (6), Hartwigsen (5), Magnusson (5), Mühlhausen (4), Pfaffenzeller (4), Mutlu (3), Wissenbach (3), Lohde (2), Nils Lüttschwager (2), Pischnick (2), Senf (2), von Au (2), Fahl, Kocak, Locher, Morbach, Schülke, Walter sowie ein Eigentorschütze.

Von Sascha Hagemann

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