Mein Fußball-Woche

01.07.2017

Heimstärke Garant des Erfolges

Der SC Alemannia 06 kehrt nach zwei Jahren in die Kreisliga A zurück – Mannschaft bleibt zusammen

Foto: Verein

Nach dem Aufstieg ist Furat Tik, der gemeinsam mit seinem Bruder Suat Alemannia 06 Haselhorst in die Kreisliga A geführt hat, fast schon ein wenig frech: „In der Kreisliga B wurde es langsam langweilig!“ Furat Tik will damit keineswegs die Gegner in der Spitze der sehr ausgeglichen besetzten 6. Abteilung herabsetzen. Vielmehr verweist er auf eine glänzende Rückrunde seiner Mannschaft. Im zweiten Saisonabschnitt überholte Alemannia 06 nach einem harten Wettstreit den Bezirksnachbarn BW Spandau II und dis­tanzierte gleichzeitig Süden 09, NFC Rot-Weiß II und Kickers Hirschgarten klar.

Garant für den Aufstieg war aber auch die Heimstärke. Hier gab es 14 Siege und nur eine Niederlage gegen Angstgegner NFC Rot-Weiß II (2:3). Auch das Rückspiel gegen die Neuköllner ging verloren (0:2). Andererseits erklomm Alemannia 06 als bestes Rückrundenteam am 23. Spieltag Platz 1 und gab diesen nicht mehr ab. Den Aufstieg machten die Haselhorster drei Spieltage vor Schluss klar, die Meisterschaft folgte am vorletzten Spieltag durch ein 3:1 gegen Mitaufstieger BW Spandau II. Die letzte Partie – ein 1:5 bei der SpVgg Tiergarten – nahm die Mannschaft dann nicht mehr ernst: „Tiergarten spielte mit einer starken Mannschaft und vielen Akteuren der „Ersten“. Wir aber haben ein bisschen experimentiert und einigen Spielern aus der zweiten Reihe eine Chance gegeben.“
Ansonsten verlor der Aufsteiger auswärts gegen Mannschaften aus der Spitzengruppe der Tabelle: gegen Lokalrinale BW Spandau II in der Hinrunde 2:4 sowie gegen Kickers Hirschgarten 1:4. Dazu kamen noch Unentschieden gegen Süden 09 (0:0), BVB 49 II (2:2) und VfB Friedrichshain II (3:3) – ebenfalls auf fremden Platz.


Die größte Stärke der Mannschaft war über die gesamte Saison gesehen die Offensive: 140 Tore bedeuten Bestwert in der 6. Abteilung. Trainer Furat Tik lobt vor allem Mustafa Karamizrak mit seinen 38 Toren. Aber Treffer werden aus der Abwehr heraus vorbereitet. Und hier gingen Kapitän Mesut Taskin sowie der Berlin-Liga-erprobte Hasan Ulusan vorneweg. Ein weiteres Plus: Die Mannschaft ist im Laufe der Saison eine echte Einheit geworden. Und genau auf diese mannschaftliche Geschlossenheit soll nun in der Kreisliga A aufgebaut werden.

Hier fängt Alemannia 06 nun nicht wieder von vorne an, nachdem der Verein zwei Jahre in der Kreisliga B agierte. Vielmehr steht eine eingespielte Truppe zur Verfügung: „Die Mannschaft bleibt komplett zusammen“, freut sich der Trainer. Furat Tik wünscht sich lediglich „ein, zwei Neue, „die aber passen müssen“. Wichtig sind dem Coach vor allem Charakter und Trainingsfleiß. An Anrufen von wechselwilligen Akteuren mangelt es laut Tik jedenfalls nicht. „Aber die Aufstiegsmannschaft kann auch ohne Verstärkungen in der Kreisliga A bestehen“, sagt der Trainer. Das Ziel der neuen Saison sei dennoch „nur“ der Klassenerhalt, „denn es wird definitiv schwieriger“.

Langfristig soll die Kreisliga A aber nur eine Zwischenstation sein. „Unser Ziel ist die Bezirksliga“, betont Furat Tik. Die soll in drei, vier Jahren erreicht sein. Manuel Fernandes

Die 140 Tore für den SC Alemannia 06 erzielten

Karamizrak (38), Gerhardt (23), Bayrak (22), Taskin (14), Aydemir (12), Koc (8), Radwan (4), Ulusan (3), Al-Zahari (2), Eschert (2), Gürbüz (2), Lindenblatt (2), Aita, Delikaya, Eckhardt, Kuckei, Shaker A-Zahari und Furat Tik. Dazu kamen zwei Eigentore.

Von Manuel Fernandes

Kommentieren

Vermarktung: