Mein Fußball-Woche

19.04.2014

Heimaturlaub für Clubfans

Im „Max und Marek“ trifft Gemütlichkeit auf Emotionen

Es ist die fränkische Enklave Berlins: das „Max und Marek“ im Wedding. Dabei sind im Vereinsheim des FCN-Fanclubs „Clubberer 04“ auch Anhänger abseits des 1. FC Nürnberg gern gesehene Gäste. „Gegen Hertha war es zuletzt proppenvoll“, sagt Ricardo, der Wirt im „Max und Marek“. 350 Gäste standen sich damals auf den Füßen, der Laden platzte aus allen Nähten und die Stimmung war zu jeder Zeit ausgelassen.

Seit Juli 2012 hat das „Max und Marek“, benannt nach den Club-Ikonen Max Morlock und Marek Mintal, seine Heimat in der Reinickendorfer Straße. Zuvor war man in Weißensee ansässig, doch das war einfach „zu janz weit draußen“, wie Ricardo sagt. Die Kneipe ist als soziales Netzwerk zu verstehen; viele Gäste kennen sich lange, einige engagieren sich ehrenamtlich oder helfen dem Wirt hinterm Tresen. Man kommt schnell ins Gespräch. Gastfreundlich, gemütlich und ehrlich, so fühlt es sich an in der Kneipe. Dazu serviert der Wirt fränkische Schnaps- und Bierspezialitäten, die man in Berlin sonst kaum findet. Ein Besuch im Max und Marek ist auch deshalb wie eine Reise in den Süden – und für jeden Franken ein Stück Heimaturlaub.

Größe/Plätze

Es gibt zwei Räume. Dabei liegt im hinteren Teil der Nichtraucherraum, ausgestattet mit Beamer und Großbild-Leinwand, der etwa 50 Gästen Platz bietet. Am großen Tisch am Eingangsbereich und am Tresen tummeln sich weitere Gäste. Zumeist belagern 50 bis 70 Fans die Kneipe bei einem Spiel, und dennoch bleibt es aufgrund des Ambientes gemütlich und überschaubar.
WERTUNG: x Bierkrüge

Programmangebot

Die Philosophie heißt: Fußball und Kultur. An jedem ersten Mittwoch des Monats findet ein Spieleabend mit Schafkopf und Kickerturnieren statt. An jedem zweiten Donnerstag steigt ein Kulturabend mit Lesungen und Diskussionen. Ein Fanclub der Band „Tocotronic“ hat im Max und Marek ebenso sein zuhause gefunden wie eine Oi-Punk-Band und eine Jazz-Band, die hier des Öfteren auftreten – offene Jam-Session inklusive. Zusätzlich werden alle Spiele des 1. FC Nürnberg, des 1. FC Union, alle Partien des DFB-Pokals, der Champions League und von der WM und EM gezeigt.
WERTUNG: x Bierkrüge

Getränke und Speisen

Das Bierangebot ist fränkisch geprägt. Als einzige Kneipe ganz Berlins hat das Max und Marek vom Fass das dunkel-süffige Weissenoher Klosterbier. Im Flaschen-Ausschank: Zirndorfer, Meister, Krug-Bräu, Simon-Spezial und Gutmann-Weizen. Schnapsspezialitäten aus kleinen, fränkischen Brennereien runden das Angebot ab. Dazu werden kleine Snacks gereicht.
WERTUNG: x Bierkrüge

Preise

Die Preise sind für das besondere Angebot angemessen. Drei Euro kostet das Bier vom Hahn. Flaschenbiere variieren von 2,50 bis 3 Euro. Einen Likör bekommt der Gast bereits für 1 Euro, fränkische Schnäpse kosten zwei. Dafür fasst jeder „Kurze“ 3 cl..
WERTUNG: x Bierkrüge

Bedienung/Service

Da es sehr familiär zugeht, ist das Anschreiben der Getränke gängige Praxis. Der Wirt führt Buch über jedes gezapfte Bier, so dass sich die Wartezeiten am Tresen in Grenzen halten. Dazu kann man sich nach Absprache selbstständig am Kühlschrank bedienen. Gezahlt wird am Schluss. Da es sich um eine Raucherkneipe handelt, kann es natürlich schon mal stickig werden, wenn die Hütte voll ist.
WERTUNG: x Bierkrüge

Ausstattung/Wohlfühlfaktor

Rustikal-gemütlich ist die Einrichtung. Im hinteren Nichtraucherraum sind vor allem Flaggen und Wimpel des FCN zu bewundern, im Gang davor stehen zwei Kickertische, außerdem gibt es einen Dartautomaten und einen Flipper. An einer Wand haben die Mitglieder die beiden Namensgeber der Kneipe verewigt: Morlock und Mintal in Schwarz auf rotem Grund.
WERTUNG: x Bierkrüge

Sanitäre Anlagen

Die sanitären Anlagen sind nicht allzu groß. Bei großem Besucherandrang muss auch mal gewartet werden. Zahlreiche Aufkleber von Fanclubs zieren das stille Örtchen.
WERTUNG: x Bierkrüge

Stimmung

Es herrscht ein herzliches Miteinander und lebendige Stimmung. Über das Spiel wird gerne hitzig debattiert und diskutiert. Fällt ein Tor für den Club, werden Sprechchöre angestimmt. Gewinnt der 1. FC Nürnberg, dröhnt traditionell die Vereinshymne „Die Legende lebt“ aus der Musikanlage. Im Anschluss laufen Rockklassiker.
WERTUNG: x Bierkrüge

Fazit

Fränkisch, lebendig und gastfreundlich. Wer mit offenherzigen Clubfans feiern möchte, ist hier goldrichtig. Max und Marek Reinickendorfer Straße 96, 13347 Berlin
S+U-Bahn Wedding, U-Bahn Humboldthain, U-Bahn Nauener Platz Bus: Schererstraße (247)
Homepage: www.clubberer04.de/unsere-kneipe/

Sechs Bierkrüge: besser geht es kaum – fünf: hervorragend – vier: guter Durchschnitt – drei: ausreichend – zwei: ganz schön dürftig – ein Ball: einfach nur ärgerlich, lohnt keinen Besuch.

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