30.01.2016

Happy Weekend Boy aus Mariendorf

Dennis Dort folgt seinem Kumpel Mario Diederitz

Will mit seinen Toren zum möglichen Aufstieg in die Berlin-Liga beitragen: Dennis Dort (zweiter von links), Stürmer des Mariendorfer SV 06. Foto: JouLux

Er ist in die Jahre gekommen, aber Torgefahr geht von ihm auch mit 32 immer noch aus. Auch nach der Hinrunde in der Landesliga führt Dennis Dort die Torjägerliste der 1. Abteilung mit 15 Treffern mal wieder an. Einmal Stürmer, immer Stürmer. „Ich habe nie auf einer anderen Position gespielt als ganz vorn im Angriff“, sagt er.

Dort im Hier und Jetzt. Zurzeit ist der bevorzugte Ort seiner persönlichen Torejagd das Stadion im Volkspark Mariendorf. Seit dem vergangenen Sommer stürmt er für den MSV 06. Übrigens nicht zum ersten Mal, bereits in der Jugend hatte er schon mal das rot-schwarze Trikot übergestreift. Seine fußballerischen Wurzeln aber liegen noch etwas weiter südlich. Der Lichtenrader BC war sein erster Verein und mit dem LBC feierte er auch seinen größten Erfolg.

2009 war das, als die Lichtenrader zur Überraschung fast aller Experten und derer, die sich dafür halten, die Meisterschaft in der Berlin-Liga feierten und in die Oberliga aufstiegen. Dort trug 15 Tore dazu bei. In der Oberliga aber ging es in dem Stil nicht weiter. Dort traf in 29 Spielen nur sieben Mal, der LBC landete auf Rang 14, erreichte immerhin die Relegation gegen Gera 03, stieg nach einem Remis und einer Niederlage aber ab. Die verschworene LBC-Gemeinschaft (Leidenschaft, Begeisterung, Charakter) brach auseinander, die Mannschaft zerstreute sich in alle Winde. Auch Dort suchte sich ein neues Betätigungsfeld. Er wechselte zu Union Fürstenwalde, fand dort zu alter Stärke zurück, knipste 22 Mal und hatte seine Aktie an der Meisterschaft der Fürstenwalder in der Brandenburg-Liga.

Den Gang in die Oberliga aber trat er diesmal nicht mit an, er ging zurück in die Berlin-Liga zu Stern 1900, wo er zwei Jahre blieb. 2013 schloss er sich dem BFC Preussen an, wo er seinen Trainer aus gemeinsamen erfolgreichen LBC-Jahren wiedertraf: Detlef Garz. Im zweiten Jahr bei den Preussen war dann Andreas „Zecke“ Neuendorf sein Coach. „Der beste Trainer, den ich je hatte. Zecke wusste, wie er mit den einzelnen Spielern umgehen musste, er fand immer die richtigen Worte. Ein Klassetyp“, schwärmt Dort. Als Neuendorf nach Erringung der Landesliga-Meisterschaft und dem Aufstieg in die Berlin-Liga den Verein im Sommer 2015 verließ, war es auch für Dort wieder an der Zeit für eine Luftveränderung. Er ging zum Mariendorfer SV.

Auf den ersten Blick ein Abstieg. „Ich wäre sicher geblieben, wenn Zecke weiter gemacht hätte“, sagt Dort. „Aber mein bester Kumpel Mario Diederitz ging zum MSV und da wir beide weiter zusammenspielen wollten, habe ich mich auch zu einem Wechsel zum MSV entschlossen.“ Es scheint nicht die schlechteste Wahl gewesen zu sein, der MSV ist Zweiter, das Team ist gut besetzt und hat Aufstiegschancen. „Ich hätte nichts dagegen, wenn wir es in die Berlin-Liga schaffen“, sagt er.

Dauerkarte für Hertha BSC

Wie lange er auf diesem Niveau noch spielen wird, kann er im Moment nicht sagen. Seit zwölf Jahren ist er mit Nina zusammen, seit fünf Jahren sind die beiden verheiratet. Und sie haben eine gemeinsame Tochter, die zehnjährige Germaine. Dazu kommt sein Job als Gebäudereiniger, da fällt es schon manchmal etwas schwerer, sich aufzuraffen, die Tasche zu packen und zum Training zu gehen. „Aber noch macht es zu viel Spaß, als dass ich die Schuhe an den Nagel hängen wollte. Ich entscheide von Saison zu Saison, wie lange ich noch weitermache.“
Wenn er nicht selbst auf dem Platz steht und spielt, dann ist er wahrscheinlich bei Hertha BSC zu finden. Er ist Mitglied im Fanklub „Happy Weekend Boys“, hat eine Dauerkarte für die Heimspiele und ist auch bei vielen Auswärtsfahrten dabei. „Ich hoffe natürlich, dass sich Hertha da oben halten kann“, sagt Dort. „Happy Weekend Boy“ – angesichts seiner Trefferquote ist diese Bezeichnung für Dort ja geradezu maßgeschneidert. 

Von Bernd Karkossa

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