16.07.2017

Guter Einstand von Nüssing

Als ideale Vorbereitung auf die neue Saison hat sich für die Bundesligisten in den letzten Jahren die Intertotorunde erwiesen. 25.000 Franken erhalten die Teilnehmer als Unterstützung für die Auswärtsspiele, 15.000 Franken gibt es für den Gruppensieg, im Wiederholungsfall sogar 30.000 Franken. Von den Bundesligaklubs hatte das im Vorjahr nur Hertha BSC geschafft. 

Wie schon im Sommer 1976 nutzten die Herthaner die Intertotorunde, um in den Bezirken Werbung in eigener Sache zu betreiben. Zum Auftakt gegen Admira/Wacker Wien kamen immerhin 4528 zahlende Zuschauer ins Katzbachstadion, die einen mühevollen 1:0-Erfolg der Blau-Weißen miterlebten. Granitza (69.) erzielte das einzige Tor der Partie. Insgesamt war es ein „Muster ohne Wert“, wie die Fußball-Woche berichtete. Die Herthaner hatten gerade einmal eine Trainingseinheit am Vortage absolviert und mussten noch auf zahlreiche Akteure verzichten, darunter die beiden Urlauber Beer und Weiner. Von den drei Neuerwerbungen war nur der vom 1. FC Nürnberg gekommene Dieter Nüssing dabei, der gute Ansätze zeigte. 


Von den drei anderen Bundesligisten gelang noch dem MSV Duisburg ein 3:2-Sieg beim israelischen Vertreter Maccabi Tel Aviv. Beim MSV kam der Ex-Tennis Borusse Dietmar Jakobs zum Einsatz, während Norbert Stolzenburg verletzt fehlte. Eintracht Frankfurt musste sich mit einem 2:2-Unentschieden im Heimspiel gegen Inter Preßburg zufrieden geben, der Hamburger SV war spielfrei. 

Eine Woche später schafften die Her­thaner den einzigen deutschen Sieg. Die Blau-Weißen gewannen beim dänischen Meister B 1903 Kopenhagen durch einen Treffer von Gersdorff zehn Minuten vor dem Abpfiff mit 1:0 und belegten weiterhin den 2. Gruppenplatz hinter Slovan Preßburg, die sich bei Admira/Wacker Wien deutlich mit 5:1 durchsetzten. Bei Hertha kam nach der Pause Neuzugang Erwin Albert für den enttäuschenden Granitza zum Einsatz.
Eintracht Frankfurt kam bei Wacker Innsbruck nur zu einem 1:1-Unentschieden. Beim österreichischen Meister feierte der bisherige Hertha-Trainer Georg Kessler damit einen guten Einstand. Der Hamburger SV unterlag bei Slavia Sofia klar mit 0:3. 18.000 Zuschauer (!) bejubelten den Sieg über den Europapokalsieger, der auf seine Neuzugänge noch verzichten musste. Der MSV Duisburg war spielfrei. 

Am dritten Spieltag gab es für den Berliner Bundesligisten in Preßburg eine 1:2 (1:1)-Niederlage. Vor 7000 Zuschauern glich Grau (32.) den Führungstreffer der Tschechen aus, die durch Nationalspieler Gallis (73.) in der zweiten Halbzeit zum Siegtreffer kamen. Mit 6:0 Punkten führte Slovan souverän die Tabelle an. Da sich Wien und Kopenhagen 1:1 unentschieden trennten, konnte sich bei Halbzeit nur noch Berlins Bundesligist Hoffnungen auf den Gruppensieg machen. 
 
Der Hamburger SV musste auch nach drei Spieltagen weiter auf den ersten Sieg warten. Dem blamablen 0:5 bei Malmö FF folgte ein 2:2 gegen den gleichen Gegner in Stade. Eintracht Frankfurt bezwang den FC Zürich mit 4:1 und rückte auf den 2. Gruppenplatz vor, der MSV Duisburg, erneut ohne Stolzenburg, trennte sich torlos von Standard Lüttich. 

Auf großes Interesse stieß natürlich die Auslosung der ersten Runde im DFB-Pokal. Berlin war mit sieben Klubs unter den 128 Mannschaften (18 Bundesligisten, 40 Zweitligisten, 70 Amateurvereine) vertreten. Die Amateure hatten damals noch nicht automatisch Heimrecht. So durfte der niedersächsische Amateurverein RSV Rehburg über ein Heimspiel gegen Hertha BSC jubeln. Bundesligaabsteiger Tennis Borussia musste zum Zweitligakonkurrenten Hannover 96, Zweitligaabsteiger Wacker 04 zu Saar 05 Saarbrücken. Die vier Berliner Amateurvereine bekamen ausschließlich andere Amateurklubs zugelost. Gespielt wurde am 30./31. Juli.   

Von Rainer Fritzsche

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