24.09.2017

Gegenkandidat beim VBB

Nach einem kurzen Zwischenhoch mit Siegen bei 1860 München (3:2) und daheim gegen Eintracht Frankfurt (2:0) fiel Hertha BSC schnell wieder ins Mittelmaß zurück. Auf dem gefürchteten Betzenberg mit seinem leidenschaftlich mitgehenden Anhang konnten die Blau-Weißen gegen den 1. FC Kaiserslautern in keiner Phase an die guten Leistungen der beiden Spiele zuvor anknüpfen und verloren mit 0:2 (0:1). 

Zum Glück zeigte sich Torsteher Nigbur wieder in Glanzform, sonst hätte die Niederlage deutlichere Formen angenommen. Die beiden Treffer von Toppmöller, zum 1:0 unmittelbar vor der Pause und zum 2:0 nach 68 Minuten, konnte aber auch der beste Herthaner nicht verhindern. Kritik gab es auch an Trainer Kuno Klötzer, der mit dem Dänen Kristensen einen der wenigen mit dem Gegner mithaltenden Spieler auswechselte. 


Eine Woche später musste sich Berlins Bundesligist gegen den VfB Stuttgart mit einem 1:1 (1:0)-Unentschieden begnügen. Vor gut 20.000 Zuschauern stand erneut Nigbur im Mittelpunkt des Geschehens. Der Keeper bewahrte seine Elf im ersten Abschnitt mit einigen Großtaten vor einem Rückstand. Die ohne Granitza angetretenen Herthaner gingen durch den jungen Libero Förster nach Flanke von Kristensen kurz vor der Pause in Führung. Den Ausgleich besorgte Dieter Hoeneß nach einem Freistoß von Hansi Müller (77.). Einige Minuten zuvor war Her­thas Weiner wegen wiederholten Foulspiels vom Platz gestellt worden. Nach dem 8. Spieltag fiel Hertha BSC mit ausgeglichenem Punktekonto (8:8) auf den 11. Tabellenplatz zurück.

Besser lief es bei Tennis Borussia. Der Bundesligaabsteiger setzte sich im Olympiastadion mit 3:2 (1:1) gegen Hannover 96 durch. Vor rund 5500 Zuschauern sorgte Stradt (8.) für die Führung, die Kulik (36.) für die vom früheren Hertha-Coach Fiffi Kronsbein trainierten Hannoveraner ausglich. Hochheimer gelang sechs Minuten nach der Pause das 2:1 für TeBe, aber die Niedersachsen ließen nicht locker und schafften durch Lüttges (73.) den Ausgleich. Vier Minuten vor dem Abpfiff sauste dann ein Schuss von Schulz gegen die Unterkante des Tordreiecks – und sprang von dort ins Netz zum glücklichen, aber nicht unverdienten Siegtreffer.

Etwas Glück benötigten die Lila-Weißen eine Woche später beim 2:2 (0:1)-Unentschieden bei Schwarz-Weiß Essen. Zweimal lagen die Borussen in Rückstand, kamen durch Hochheimer (55.) und einen von Stradt (77.) verwandelten Foulelfmeter aber jeweils zum Ausgleich. Bester Berliner war einmal mehr Torsteher Welz. Nach dem 8. Spieltag rangierte die Elf von Trainer Rudi Faßnacht mit 10:6 Punkten auf dem 5. Tabellenplatz. Spitzenreiter war Preußen Münster mit 13:3 Punkten. 

Einige Spannung versprach der Verbandstag des Verbandes Berliner Ballspielvereine (VBB), denn erstmals gab es mit Peter Rauschenbach für den seit 1970 amtierenden Präsidenten Eberhard Hartlep einen Gegenkandidaten. Der 35-jährige Studienrat, Mitglied des Sportausschusses im Abgeordnetenhaus, sparte nicht mit Kritik am amtierenden Präsidenten und präsentierte im Vorfeld sein Team, mit dem er vor allem „das schlechte Verhältnis des VBB zum Landessportbund verbessern“ wollte. Doch von den immerhin 110 anwesenden Vereinen sprachen sich in geheimer Abstimmung 90 für Hartlep aus, nur 16 votierten für Rauschenbach, der auch beim zweiten Versuch, der Wahl zum Beisitzer, noch einmal mit 39 Stimmen auf der Strecke blieb.  

Von Rainer Fritzsche

Kommentieren

Vermarktung: