20.08.2017

Für Dörner läuft‘s rund

Was sind das nur für glückliche Zeiten für Hans-Jürgen Dörner. Erst wird der Kapitän von Dynamo Dresden zum Fußballer des Jahres gewählt, dann erzielt er das goldene Tor beim 1:0 (0:0)-Sieg im Länderspiel in Stockholm gegen Schweden, und nur drei Tage später ebnet er seinem Verein beim 3:0 (2:0)-Erfolg bei Sachsenring Zwickau mit dem Tor zum 1:0 (7.) den Weg zum zweiten Doppelpunktgewinn im zweiten Saisonspiel. Weil auch Gert Heidler (44.) und Rainer Sachse (74.) treffen, bleibt der Titelverteidiger dank der um zwei Treffer besseren Tordifferenz Tabellenführer vor dem 1. FC Lokomotive Leipzig.

Die Leipziger setzen ein noch deutlicheres Zeichen als die Elb-Florenzer, sie schicken den BFC Dynamo mit einer 1:4 (0:3)-Klatsche nach Berlin zurück. In einem abwechslungsreichen und sehenswerten Spiel fällt innerhalb von elf Minuten vor der Pause die Entscheidung. Dieter Kühn (30.), Lutz Eichhorn (36.) und Wolfram Löwe (40.) sorgen zeitig für klare Fronten, weil die Dynamos trotz ansehnlichen Beginns den Faden verlieren und auf die Defensive keinerlei Wert mehr legen. Von einem Punkt träumt der BFC dennoch wieder, nachdem Frank Terletzki mit einem raffinierten Freistoß zum 1:3 (60.) verkürzt, aber Kühn macht mit seinem zweiten Treffer (79.) die Hoffnung zunichte. Jürgen Bogs, der neue BFC-Trainer, wartet damit noch immer auf seinen ersten Sieg. Bogs ist in erster Linie deshalb bedient, „weil mangelhaftes Abwehrverhalten im Mittelfeld und in der engeren Deckung zu einer schnellen Entscheidung gegen uns führten“.


Sind die Dynamos nach dem Debakel geklatscht und auf Tabellenrang 12 gefallen, zeigt sich auch Lokalrivale 1. FC Union enttäuscht. Ein bisschen hoffen die Eisernen nach ihrem Turbostart und dem 2:1-Sensationssieg beim 1. FC Magdeburg darauf, auch gegen Chemie Böhlen die weiße Weste zu behalten und sich fürs Erste mit an der Tabellenspitze zu positionieren, doch der Aufsteiger spuckt seinem Gegner gehörig in die Suppe. Chemies 1:0-Führung durch Bernd Hubert (49.) ist nach verteilter erster Halbzeit mit Torchancen auf beiden Seiten nicht einmal unverdient.

Ein wenig überrascht ist sogar Union-Trainer Heinz Werner, der zugibt: „Ich habe noch nie ein Spiel von Chemie Böhlen gesehen, wer aber in der Aufstiegsrunde so souverän Erster wird, der muss durchaus eine solide Basis haben.“ Das haben die Sachsen und setzen ihre Erfahrung zumindest so ein, dass den Eisernen mehr als der 1:1-Ausgleich durch Michael Paschek (52.) nicht gelingt. Nicht einmal in Unterzahl – Torjäger Klaus Havenstein kassiert nach einem groben Foul gegen Lutz Hendel die Rote Karte (64.) – lässt Chemie sich in die Knie zwingen.
Dabei macht Heinz Werner erneut ein Manko aus, das er bei seiner Mannschaft bereits des öfteren beobachtet hat. „Merkwürdigerweise legten wir erst wieder nach einem Rückstand alle Hemmungen ab“, findet er, „auch wenn es nicht zum Sieg gereicht hat, war unsere Steigerung offensichtlich.“ Er stellt aber ebenso fest, und das ist für den weiteren Saisonverlauf wohl wichtiger: „Es war erkennbar, dass uns Spielgestalter fehlen.“

Von Robert Klein

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