26.11.2014

Flecken auf der weiße Weste

Tur Abdin kassiert in Pankow die erste Niederlage

Als der BFC Tur Abdin am Sonnabend zur Borussia nach Pankow reiste, war der Spitzenreiter der 1. Abteilung das einzige Team der Liga, das in dieser Saison noch nicht verloren hatte. Die Betonung liegt in diesem Fall auf „hatte“, denn tatsächlich kam Tur Abdin beim Tabellensechsten mit 2:5 unter die Räder. Das wiederum eröffnete Verfolger Hansa 07 die Chance, etwas Boden gut zu machen. Doch auch die Kreuzberger ließen Punkte liegen.

Das Derby bei den Berliner Amateuren endete 1:1. Der Tabellenvorletzte FC Grunewald hat sich derweil seinen Trainer Jürgen Dunkel getrennt. Weil der 55-Jährige mehrfach nicht zum Training erschienen sei und nun auch am Spieltag abwesend war, zog der Verein die Reißleine.

Mit mangelnder Trainingsbeteiligung ist auch der SV Bau-Union bestens vertraut. Dem neuen Trainer Detlef Diehle schwant inzwischen nichts Gutes. Beim 0:5 gegen Charlottenburg-Wilmersdorf waren die konditionellen Defizite seiner Elf unübersehbar. Vor zwei Wochen hatte Diehle noch davon gesprochen, dass der Abstieg sicher kein Thema sein werde. Eine Einschätzung, die er jetzt revidierte. „Wir hängen ganz tief drin“, sagte der 50-Jährige, „und mit A-Jugendlichen wird es nicht leichter.“

Sein Kollege Michael Kraack von den Berliner Brauereien hat mit ähnlichen Problemen zu kämpfen. Seit Saisonbeginn sind die „Brauer“ fast immer knapp besetzt. Beim Schlusslicht TSV Helgoland II mussten die Prenzlberger erneut mit einer Rumpfelf auflaufen – und gingen mit 0:1 baden. „So geht es nicht weiter“, sagte Kraack. „Einige Spieler sollten ihre Auffassung von Liga-Fußball mal hinterfragen.“ Für die zweite Überraschung in der 3. Abteilung sorgte derweil Hertha 06 II. Der Tabellenzwölfte brachte dem Spandauer FC Veritas die zweite Saisonniederlage bei.

Vor einer Woche unterlag in der 4. Abteilung SW Spandau den Spandauer Kickers II 1:2. Dabei sah Dennis Ludwig vom Verliererteam zweimal die Gelbe Karte, flog aber nicht vom Platz. Wie man daraus einen Nachteil ableiten kann, erschien nicht nur der geballten Ligakonkurrenz schleierhaft. Auch das Sportgericht schmetterte den Einspruch der Spandauer gegen die Niederlage ab. Am Sonnabend konnte in Spandau endlich wieder gejubelt werden, beim SSV Köpenick-Oberspree gewann das Team von Thomas Heim 3:1. Den Spandauer Kickers II dagegen ist das Lachen schon wieder vergangen: Gegen Eichkamp-Rupenhorn setzte es ein 1:4. So schnell können sich Gemütslagen ändern.

Von Jörn Lange und Andreas Krühler

.

Kommentieren

Vermarktung: