14.01.2017

Erhan Bahceci peilt die 30-Tore-Marke an

Der Stürmer des SC Staaken spielt eine starke Saison

Spielte einst mit seinem jetzigen Trainer Jeffrey Seitz in der Jugend zusammen: Erhan Bahceci (am Ball). Foto: JouLux

27 Treffer waren seine bisherige Bestmarke, die hat er in der vorigen Saison aufgestellt. Nun schickt sich Erhan Bahceci an, sogar diese zu knacken. „30 Tore würde ich schon gerne machen“, sagt der Goalgetter des SC Staaken. Da ist er auf einem sehr guten Weg, 17 Mal hat er in der Hinserie schon eingenetzt. Macht ein Tor pro Spiel, wahrlich eine starke Quote für die Berlin-Liga.

Die Torjägerkanone würde der 32-Jährige auch gern einmal gewinnen. Aber bislang war zumindest einer immer besser. Vorjahresprimus Patrick Kroll ist mit Altglienicke aufgestiegen, „aber Christoph Zorn ist immer noch da“, sagt Bahceci. Zorn ist um zwei Tore voraus. „Naja, und der Al-Kassem von Blau-Weiß 90 mischt auch noch mit, den darf man nicht unterschätzen.“


Mit der Mannschaft ist Bahceci allerdings schon die Nummer eins. Der SC Staaken spielte eine überragende Hinrunde, verlor kein Spiel. Und hatte in Bahceci den gewohnt zuverlässigen Vollstrecker. Ein Drittel der 51 Staakener „Buden“ geht auf sein Konto. „Danke an die Mannschaft, die haben mir einfach toll aufgelegt. Und überhaupt läuft es einfach super, das neue Trainerteam macht einen phantastischen Job.“

Dabei war Bahceci zunächst skeptisch. „Ich habe in der Jugend bei Tasmania mit Jeffrey Seitz zusammengespielt. Und jetzt war er plötzlich mein Trainer.“ Aber es passt, Seitz hob die gesamte Mannschaft auf ein höheres Level, wovon eben auch Bahceci profitiert. Und der Routinier ist wieder richtig fit, nachdem er wegen einer rätselhaften Erkrankung im Bauchbereich in der Saison 2015/16 die Vorbereitung verpasst hatte und erst verspätet eingestiegen war. „Mir konnte kein Arzt wirklich sagen, was es genau war, aber die Sache ist offenbar ausgestanden“, sagt der Staakener. Auf das Hallenturnier allerdings verzichtet er in diesem Jahr. „Ich habe es immer geliebt, in der Halle zu spielen. Aber jetzt sollen das mal die Jungen machen.“

Der in Tegel geborene Erhan begann im Alter von sechs Jahren beim SC Siemensstadt mit dem Fußball. Nach der zweiten Station bei Schwarz-Weiß Spandau verbrachte er die letzten Jugendjahre bei Tasmania. Lang ist es her. Erste Station nach der Jugend war der SC Staaken – und bis auf ein halbjährliches Intermezzo in der Saison 2007/2008 beim damals in die Oberliga aufgestiegenen Spandauer SV ist Erhan Bahceci diesem Verein auch treu geblieben.

Bahceci verfügt über gute Ballkontrolle und einen überragenden Torinstinkt. Dazu kommt sein unbändiger Ehrgeiz. Seine Mannschaftskameraden bekommen durchaus was zu hören, wenn die Zuspiele nicht so kommen wie er sich das wünscht. Dazu aber gab es in dieser Saison bisher seltener Anlass. „Zu meckern gibt es aber immer was, ich will eben immer gewinnen. Mein Temperament geht da manchmal vielleicht etwas mit mir durch.“ 

Zu Hause zeigt er dann seine sanfte Seite. Mit Nadia hat er zwei Kinder, Sohn Taylan ist inzwischen sieben und spielt ebenfalls für den SC Staaken, Töchterchen Ceyda ist zwei Jahre alt. Und was passiert mit Erhan Bahceci, wenn der SC Staaken auch am Ende vorn steht und als Berlin-Liga-Meister in die Oberliga aufsteigt? „Schwere Frage, das muss ich mir wirklich überlegen, da muss ich auch mit dem Trainer reden. Wir werden dann sicher noch mal eine Trainingseinheit mehr haben, und an Wochenenden wäre ich länger weg“, sagt Bahceci, der am 26. Juni seinen 33. Geburtstag feiert. „Aber noch ist es ja nicht so weit, bis zur Meisterschaft ist es ein langer Weg.“

Von  Bernd Karkossa

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