Mein Fußball-Woche

22.02.2014

Einst vor 60.000 in Hannover

Im nächsten Jahr feiert der BFC Alemannia 90 sein 125-jähriges Bestehen. Das Jubiläum könnte einen traurigen Beigeschmack erhalten. Denn als Vorletzter der Landesliga steht die Mannschaft des neuen Trainers Mario Kasztelan vor dem Abstieg in die Bezirksliga. Angesichts von acht Punkten Rückstand zum rettenden Ufer käme der Klassenerhalt einem kleinen Wunder gleich. Der drohende Absturz in die 8. Liga steht also bevor – so tief ist der Traditionsklub in seiner Geschichte noch nie gefallen.

Der Verein hat schon weitaus bessere Zeiten erlebt. Etwa 1957, als die Alemannen als Berliner Amateurmeister an den Spielen um die Deutsche Amateurmeisterschaft teilnahmen und nach Siegen über Werder Bremen Amateure (3:2) sowie Amicitia Viernheim (2:0) sensationell das Endspiel erreichten. Vor über 60.000 Zuschauern unterlag man dann im Finale in Hannover dem VfL Benrath 2:4.
Einen weiteren Höhepunkt stellte das Jahr 1924 dar. Seinerzeit wurde der BFC Berliner Meister und nahm zum einzigen Mal in der Klubhistorie an der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft teil. Gegen den späteren Titelträger 1. FC Nürnberg hatte man jedoch keine Chance und verlor in der ersten Runde mit 1:6.

In der jüngeren Vergangenheit galt der BFC Alemannia lange Zeit als feste Größe in der Verbandsliga, ehe 2008 der Abstieg erfolgte. Gegründet wurde der Verein übrigens als „SV Jugendlust 1890“, wenig später wurde daraus der BFC Alemannia 90. Auf Befehl der Besatzungsmächte hieß man nach dem Zweiten Weltkrieg „SG Prenzlauer Berg-West“, ehe 1948 wieder der alte Name gültig war. Von 1994 bis zum vergangenen Sommer gab es noch den Namenszusatz „Wacker“, da sich ehemalige Mitglieder des aufgelösten SC Wacker 04 dem Verein angeschlossen hatten. Bekanntester Spieler war Hanne Sobek, der aber 1925 zum Rivalen Hertha BSC wechselte.

Von Andreas Krühler

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