Mein Fußball-Woche

10.05.2014

Die neue Heimat der Adler

Die „Glühlampe“ lockt vor allem Fans von Eintracht Frankfurt

Der Name der Kneipe kommt nicht von ungefähr. Dort, wo sich heute die „Oberbaum-City“ befindet – also zwischen S-Bahnhof Warschauer Straße und Stralauer Allee – wurden zu DDR-Zeiten Glühlampen produziert. Nach Feierabend zogen die Arbeiter dann in den Stralauer Kiez, nicht zuletzt, um endlich auch mal die eigenen Lampen anzuknipsen. Schon damals eine begehrte Anlaufstelle: die „Glühlampe“ an der Ecke Lehmbruck-/Rudolfstraße. So alteingesessen der Eckladen auch sein mag, so frisch ist sein Fußball-Publikum. Weil die Eintracht-Frankfurt-Kneipe „Cafe Royal“ ihr Pay-TV-Abo gekündigt hat, gehen die Mitglieder des Fan-Clubs „Adler Berlin“ seit dieser Saison knapp 200 Meter weiter in die „Glühlampe“. Inhaber Steffen Eberlein ist zwar eigentlich glühender Anhänger des FC St. Pauli, hat die neue Stammkundschaft aber herzlich aufgenommen.

Größe/Plätze

Auf den knapp 130 Quadratmetern finden sich zu Eintracht-Spielen in der Regel 40 bis 80 Gäste ein. Wer rechtzeitig kommt, kann sich im vorderen Teil einen der zehn Barhocker sichern – oder sogar einen der wenigen Liegestühle vor der Leinwand. Daneben bieten ein Ecksofa und sieben kurze Bierbänke weitere Sitzgelegenheiten.
WERTUNG: 4 Bierkrüge

Programmangebot

Dass alle Spiele von Eintracht Frankfurt gezeigt werden, versteht sich von selbst. Darüber hinaus setzt Wirt Steffen auch auf seinen Herzensverein St. Pauli, aufgrund eher geringer Nachfrage aber wohl nicht mehr allzu lange. Am Sonnabend läuft zudem die Bundesliga-Konferenz, unter der Woche Champions League mit deutscher Beteiligung.
WERTUNG: 4 Bierkrüge

Getränke und Speisen

Aus dem Zapfhahn läuft kühles Astra, so viel St. Pauli muss wohl sein. Wer sich mit dem Hamburger Gebräu schwertut, kann auf fünf Alternativen aus der Flasche zurückgreifen. Als „Special“ für die Eintracht-Fans wurde seit dieser Saison auch das hessische Nationalgetränk Apfelwein eingeführt (natürlich samt Bembel), dazu passend gibt es Frankfurter Rindswurst. Ansonsten gehen Hungrige in der „Glühlampe“ allerdings leer aus.
WERTUNG: 4 Bierkrüge

Preise

Arbeiterkneipe bleibt Arbeiterkneipe: Das kleine Pils geht für 2,50 Euro über den Tresen, ein großes Hefeweizen für 3,20 Euro. Säfte sind ab 2,30 Euro zu haben.
WERTUNG: 3 Bierkrüge

Bedienung/Service

Da die Größe des Ladens überschaubar ist, genügt in der Regel eine Tresenkraft. Jene versteht zwar ihr Handwerk, ist aber nicht zwangsläufig auf Fußball gepolt.
WERTUNG: 3 Bierkrüge

Ausstattung/Wohlfühlfaktor

Schickimicki ist in der „Glühlampe“ ein Fremdwort. Man beschränkt sich aufs Wesentliche: eine amtliche Leinwand, ein nicht ganz so großer Flachbildfernseher – das muss reichen. Flipper (Indiana Jones) und Kickertisch (Leonhart) laden zur dritten Halbzeit ein, allerdings stehen beide Automaten etwas isoliert im separaten Raucherraum. Gemütlicher ist es da schon am Tresen. Allein schon deshalb, weil die Lampen über der Theke dem Kneipen-Namen alle Ehre machen.
WERTUNG: 4 Bierkrüge

Sanitäre Anlagen

Der Größe des Ladens angemessen: Den Damen stehen zwei WCs zur Verfügung, den Herren vier Pissoirs und ein WC. Wer schon mal dort ist, sollte einen Blick auf die Wände werfen. Neben zahlreichen Musik-Stickern gibt es hier auch diverse SGE- und St. Pauli-Motive zu entdecken.
WERTUNG: 4 Bierkrüge

Stimmung

Wenn die Eintracht spielt, brennt in der Eckkneipe der Baum. Die SGE-Fans rücken gerne mit Schals und Trikots an – das Stadionatmosphäre aufkommt, ist keine Seltenheit. Bei Spielen ohne Frankfurter Beteiligung wird das Treiben auf dem Rasen hingegen entspannter verfolgt. Ist ja nur Fußball.
WERTUNG: 3 Bierkrüge

Fazit

Für Fans von Eintracht Frankfurt ist die „Glühlampe“ eigentlich ein Muss. Wer abseits des SGE-Kosmos ein Fußballspiel in unaufgeregter Atmosphäre erleben will, dürfte sich in der Eckkneipe ebenfalls wohlfühlen.

Zur Glühlampe
Lehmbruckstraße 1
10245 Berlin
S+U-Bahn: Warschauer Straße
Homepage: www.zurgluehlampe.de

Sechs Bierkrüge: besser geht es kaum – fünf: hervorragend – vier: guter Durchschnitt – drei: ausreichend – zwei: ganz schön dürftig – ein Ball: einfach nur ärgerlich, lohnt keinen Besuch.

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