09.12.2014

Die nackte Wahrheit auf dem Platz

Flitzer im Adamskostüm stört das Kreisliga-A-Spiel GW Neukölln gegen SG Eichkamp-Rupenhorn

Was auch schon im großen Fußball vorgekommen ist (wie hier im DFB-Pokal zwischen Werder Bremen Amateure und Bayern München am 31. 8. 2002), ereignete sich in der Kreisliga A am vergangenen Sonntag: Ein nackter Flitzer. Foto: JouLux

Sämtliche Anwesende auf dem Sportgelände an der Johannisthaler Chaussee staunten am vergangenen Sonntag nicht schlecht, als sie plötzlich eine komische Begegnung mit einem nackten Spaßvogel machten.

Von Andreas Krühler

Die Begegnung in der 4. Abteilung der Kreisliga A zwischen GW Neukölln und der SG Eichkamp-Rupenhorn am vergangenen Sonntag bot eigentlich wenig lichte Momente. Neukölln gewann 4:0 ohne dabei wirklich zu glänzen. „Spielerisch war das von beiden Teams ziemlich dünn“, sagt Neuköllns Co-Trainer Daniel Pawelleck.

Doch dann, Mitte der ersten Hälfte, erschien es fast so, als würde das trübe Spielgeschehen von einem leuchtenden Vollmond erstrahlt. Urplötzlich flitzte ein Mann über den Platz – splitterfasernackt. Die verdutzten Spieler beider Teams wussten gar nicht, wie ihnen geschah.

„Einfangen oder ihn gar umtreten wollten wir nicht“, sagt Neukölln-Trainer Helge Kapheim, „ansonsten wären wir noch vom Schiedsrichter bestraft worden, weil wir einen Zuschauer angegriffen hätten.“ Derart einschreiten mussten die Neuköllner auch gar nicht, der nackte Flitzer machte sich eigenständig wieder von dannen, so dass die Partie fortgeführt werden konnte.

Aktion war Einsatz einer Langzeitwette

Wer aber war der Spaßvogel? Klar ist nur, dass er der Reserve des Mariendorfer SV zuzuordnen ist. Die hatte zuvor ebenfalls auf dem Kunstrasenplatz an der Johannisthaler Chaussee gespielt. In der 6. Abteilung der Kreisliga B gastierten die Mariendorfer zum Topspiel bei der zweiten Mannschaft von GW Neukölln – und feierten anschließend ihren 3:2-Sieg nach 0:2-Rückstand ausgiebig. Damit ist die MSV-Reserve mit 14 Siegen aus 14 Partien Herbstmeister.

„Der Flitzer stammt aus unserem Kreis“, verrät MSV-Coach Michael Becker zwar. Den Namen möchte er jedoch nicht preisgeben. Offenbar hatte es bei den Mariendorfern eine Langzeitwette gegeben. Derjenige, der im Adamskostüm über den Platz raste, hatte seine hüllenlose Aktion schon vor Wochen angekündigt. Allerdings nur für den Fall, dass die Mariendorfer die Hinrunde verlustpunktfrei überstehen würden.

„Ein bisschen Geld ist von der Mannschaft für diesen Spaß auch eingesammelt worden“, sagt Becker und schmunzelt. Die Neuköllner indes waren nicht so hellauf begeistert: „Glauben Sie mir: Ich habe schon Schöneres gesehen“, sagt Pawelleck.

Besser hätte ihm wahrscheinlich folgender Flitzer gefallen:

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