11.06.2017

„Die Jungs hier haben richtig Bock auf dieses Projekt“

Interview mit Sascha Bigalke (SpVgg Unterhaching)

Die SpVgg Unterhaching sicherte sich mit 20 Punkten Vorsprung die Meisterschaft der Regionalliga Bayern und setzte sich anschließend in den Aufstiegsspielen gegen Südwest-Meister SV Elversberg mit 3:0 und 2:2 ebenfalls souverän durch. Einer der Aufstiegsgaranten war Sascha Bigalke (27), der 2011 zu dem Münchner Vorortverein und Ex-Bundesligisten wechselte und nach einem Intermezzo beim 1. FC Köln (2012 bis 2014) an den Hachinger Sportpark zurückkehrte. Zum diesjährigen Traumergebnis steuerte der technisch versierte 1,67 Meter große Mittelfeldspieler 19 Tore und 26 Vorlagen in der regulären Saison sowie ein Tor in den Aufstiegsspielen bei. Bevor der gebürtige Berliner und Ex-Herthaner (1999 bis 2011) in den verdienten Urlaub flog, heiratete Bigalke noch schnell seine Freundin, die aus der Fernsehserie „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ bekannte Schauspielerin Nadine Menz (27) und nahm sich Zeit für ein Interview mit der Fußball-Woche.

Fußball-Woche: Herr Bigalke, wer wird öfter auf der Straße angesprochen, Sie oder Ihre Frau?


Sascha Bigalke: „Meine Frau.“ 

Sie sind auch nicht gerade medienscheu, Sie waren immerhin mal Kandidat bei „Wer wird Millionär“. Wie kamen Sie auf die Idee?

Bigalke: „Ich schaue die Sendung ganz gerne. Irgendwann habe ich mit Freunden gescherzt, dass man da eigentlich mal mitmachen müsste – und dann habe ich es einfach probiert.“

War es schwierig, in die Sendung zu kommen?

Bigalke: „Es gibt verschiedene Runden, die man überstehen muss, ein bisschen Allgemeinwissen kann auch nicht 
schaden.“ 

Auf den Stuhl von Günther Jauch haben Sie es leider nicht geschafft...

Bigalke: „Vielleicht war es sogar ganz gut, so konnte ich mich wenigstens nicht blamieren. (lacht).“ 

Fühlen Sie sich als waschechter Preuße in Bayern akzeptiert?

Bigalke: „Man hat natürlich gemerkt, dass ich aus Berlin komme, das ist für die Leute hier schon etwas anderes. Die Umstellung war auch größer als in Köln. Aber mittlerweile haben wir uns aneinander gewöhnt, das passt schon.“ 

Hachings höchster Bundesliga-Sieg war ein 5:2 gegen Hertha im Jahr 2000. Wurde Ihnen das schon unter die Nase gerieben?

Bigalke: „Nein, das wusste ich ehrlich gesagt auch gar nicht.“

Haben Sie überhaupt noch einen Bezug zu Hertha?

Bigalke: „Zu dem einen oder anderen Spieler, Fabian Lustenberger zum Beispiel. Aber zum Verein nicht mehr.“

Haching liegt südlich der Münchner Stadtgrenze. Kann man trotzdem sagen, dass die SpVgg ein Lokalrivale von Bayern und 1860 ist?

Bigalke: „Wir sind so eine Art kleiner Bruder, sag ich mal. Durch den Abstieg von 1860 in die Regionalliga haben wir uns vielleicht sogar zur Nummer zwei gemausert. Unsere Nachwuchsmannschaften sind jetzt auch in der Bundesliga vertreten, bei Sechzig ist das nicht mehr der Fall, die sind auch abgestiegen. Mit Bayern kann man sich natürlich nicht vergleichen, auch als 1860 nicht. Das war früher vielleicht einmal, jetzt sind diese Zeiten definitiv vorbei.“ 

Gehen Sie auch mal zum FC Bayern?

Bigalke: „Schon als Kind war ich Bayern-Fan, das bin ich nach wie vor. Da schaue ich mir schon das eine oder andere Spiel an.“

Sie müssten aus Berlin noch Jerome Boateng kennen?

Bigalke: „Stimmt, wobei ich hier eher mit Familie Hummels Kontakt habe. Mit Jonas, dem Bruder von Mats, habe ich 
zusammen gespielt, er ist ein guter Freund von mir.“ 

Wieviele Fans kommen durchschnittlich zu Hachings Heimspielen?

Bigalke: „Ungefähr 2000, bei den Aufstiegsspielen waren 8000 da, aber das war natürlich eine Ausnahme. Vielleicht werden es in der 3. Liga ja mehr.“

Dann kommen die Fans hauptsächlich aus der näheren Umgebung?

Bigalke: „Die meisten schon, es gibt aber auch welche, die Strecken von mehr als hundert Kilometern auf sich nehmen.“
 
Unterhaching will innerhalb der nächsten drei bis fünf Jahre in die 2. Liga. Das ist vermutlich auch Ihr Ziel?

Bigalke: „Auf jeden Fall möchte ich nochmal in der 2. Liga spielen, das habe ich auch drauf (Bigalke absolvierte 17 Zweitligaspiele für den 1. FC Köln; die Red.). Umso schöner, wenn es mit der Spielvereinigung klappt.“ 

Ihr Vertrag läuft noch bis 2021, läuft alles wie geplant, wären Sie dabei.

Bigalke: „Das stimmt, schauen wir mal. In den letzten beiden Jahren sind die Aufsteiger jeweils durchmarschiert (Würzburger Kickers und Jahn Regensburg; die Red.), aber das wäre etwas vermessen, den erneuten Aufstieg als Ziel auszugeben.“

Bleibt die Aufstiegsmannschaft zusammen?

Bigalke: „Bislang weiß ich von keinem Abgang, der uns wehtun würde. Im Fußball ist immer viel möglich, aber die Jungs haben hier richtig Bock auf dieses Projekt, die meisten wollen bleiben.“

Wie sieht es bei Ihnen aus?

Bigalke: „Sollte ein höherklassiges Angebot kommen, würde ich darüber nachdenken, so ehrgeizig bin ich dann schon. Ich kann mir aber genauso gut vorstellen, weiterhin in Unterhaching zu spielen.“

Interview: Alex Heinen

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