21.11.2017

Die internationale Sportwelt

Die Welt wird immer kleiner und die Preise immer höher - das ist auch beim Fußball nicht anders. Mittlerweile findet man in den Ligen dieser Welt Spieler aus allen Herren Ländern. Gleichzeitig werden Spieler aber auch immer teurer. Ablösesummen liegen mittlerweile in astronomischen Höhen. 90 Millionen für Higuaín, 38 Millionen für Hummels - Tendenz steigend. Für kleinere Vereine, die nicht über die finanziellen Mittel verfügen, auf dem Transfermarkt mitzumischen, sieht es also schlecht aus. 

Die Ausländerregelung

In den letzten Jahren hat sich in den europäischen Ligen viel getan. Vor allem 1995 ist vielen Fußballfans als einschneidendes Jahr in Erinnerung geblieben. Am 15. Dezember 1995 fällte der Europäische Gerichtshof das sogenannte Bosman-Urteil. Dieses besagte, dass nach dem Ablauf von Verträgen keine Ablösesummen mehr gezahlt werden müssen und außerdem wurde die bis dahin gültige Ausländerbeschränkung aufgehoben. Benannt wurde das Urteil nach dem Profifußballer Jean-Marc Bosman, der Klage einreichte, weil durch die Ausländerbeschränkung die freie Wahl des Arbeitsplatzes in der EU nicht gewährleistet war.

Anfangs durften in der deutschen Bundesliga nur zwei ausländische Spieler pro Team eingesetzt werden. 1992 stieg diese Zahl auf drei an. Nach dem Bosman-Urteil konnten EU-Spieler und Spieler aus UEFA-Mitgliedsländern unbegrenzt in der Bundesliga mitspielen. 2006/07 wurde die Beschränkung auch für Spieler aus anderen Ländern gelockert. 

Mehr ausländische als deutsche Spieler in der Bundesliga?

Heute ist der Transfermarkt ein globales Karussell. Mittlerweile kann man nicht nur Wetten auf den Ausgang von Spielen abschließen, sondern auch auf die Entwicklung des Transfermarkts. Doch die Bundesliga ist nicht die Liga mit dem höchsten Ausländeranteil. Laut einem Bericht der UEFA lag der Anteil Anfang des Jahres bei 49,2%. Deutlich höher liegt er in vielen anderen Profiligen Europas. In der italienischen Serie A waren es 55,5% und in der britischen Premier League sogar 69,2%.

Was bedeutet das für den Fußball? Vereine können so aus einem deutlich größeren Talentpool wählen. Viele talentierte Spieler kommen zum Beispiel aus Südamerika. Auch wenn man sich die Top-Talente der Bundesliga anschaut, wird schnell deutlich, dass es an der Spitze äußerst international zugeht. Im Februar 2017 führten der bei Borussia Dortmund unter Vertrag stehende Gabuner Pierre-Emerick Aubameyang, der Franzose Anthony Modeste (1.FC Köln) und der Pole Robert Lewandowski (FC Bayern München) die Torschützenliste an. Durch die größere Auswahl kann die Qualität des Fußballs natürlich angehoben werden und Spieler können Neues voneinander lernen. 

Spieler aus dem Ausland senken Chancen für eigene Talente

Doch diese Entwicklung kann auch ihre Schattenseiten haben, denn in letzter Zeit stehen einige Vereine in der Kritik, ihre eigenen jungen Nachwuchstalente vernachlässigt zu haben. Top-Teams wie Manchester United, Chelsea und Bayern München stellen viele internationale Spieler auf, doch wie lange diese Strategie noch Erfolge bringt, bleibt abzuwarten. Andere Klubs, wie der RB Leipzig, setzen stattdessen inzwischen auf eine intensive Förderung der Jugendmannschaften, um Talente aus den eigenen Reihen auf die Bundesliga vorzubereiten.

Die Globalisierung macht auch vor dem Fußball nicht halt. Das kann durchaus viele Vorteile haben, da Mannschaften so noch bessere Spieler rekrutieren und den Fans ein noch besseres Spiel bieten können. Doch es wäre kurzsichtig für diesen Erfolg das eigene Nachwuchstalent zu vernachlässigen.

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