Mein Fußball-Woche

23.09.2014

Der Fluch der guten Tat

David Adakli von Concordia Britz sieht Gelb-Rot – trotz vorbildlichen Verhaltens

Als David Adakli am Sonntag die Gelb-Rote Karte sah, konnte er sich eigentlich nichts vorwerfen. Foto:JouLux

Platzverweise sind meistens umstritten. Viele sind unnötig, ärgerlich, einfach nur zum Kopfschütteln. Doch wie ist die Gelb-Rote Karte, die David Adakli von Concordia Britz am vergangenen Wochenende bekam, einzuordnen? Irgendwie kann man über diese Hinausstellung sogar schmunzeln.

Um den Landesligisten Concordia Britz ist es momentan weder sportlich noch personell gut bestellt. Die Mannschaft von Trainer Stephan Wuthe rangiert nach dem 0:5 am vergangenen Sonntag bei den Füchsen auf einem Abstiegsplatz. Zudem haben die Britzer schwerwiegende Ausfälle zu verkraften (Pandura, Sanke, Kolditz, Pötschke). Im nächsten Spiel am Sonntag gegen den BFC Preussen muss Wuthe zudem auf David Adakli verzichten, der gegen die Füchse die Gelb-Rote Karte sah und nun gesperrt ist.

„Das ist natürlich bitter, doch ich würde immer wieder so handeln“, sagt Adakli über jene Szene, die zu seinem Platzverweis führte. Was war passiert? In der 71. Minute – die Partie war zu diesem Zeitpunkt beim Stand von 4:0 für die Füchse längst entschieden – bemerkte Adakli, dass sich abseits des Spielfeldes ein handfester Streit anbahnte. Beteiligt daran war auch der Vater eines Mitspielers. „Der wurde heftigst angeschrien und bevor noch etwas Schlimmes passieren konnte, bin ich halt runter vom Platz und hab geschlichtet“, erzählt Adakli. Tatsächlich brachte der 22-Jährige die Streithähne auseinander.

Laut Regelwerk war der Platzverweis berechtigt

„Wie es sich für einen Polizisten gehört, hat er sich da pflichtgemäß verhalten“, lobt Wuthe seinen Innenverteidiger. Der Schiedsrichter sah die Sache jedoch anders und zeigte Adakli, der zuvor schon wegen Meckerns verwarnt worden war, die Gelb-Rote Karte. Grund: unsportliches Verhalten. In der Tat sieht das Regelwerk eine Gelbe Karte vor, wenn sich ein Spieler unerlaubt entfernt und dann wieder zurückkehrt, ohne dies dem Schiedsrichter anzuzeigen.

Adakli wurde also vom Fluch seiner guten Tat erwischt. Neben der 0:5-Pleite vervollständigte sein Platzverweis den rabenschwarzen Tag für Concordia Britz. War die Gelb-Rote Karte nun berechtigt? Oder hätte der Schiedsrichter ein Auge zudrücken müssen? Adakli zweifelt nicht an seiner Vorgehensweise: „Ich habe das unabhängig von meinem Beruf als Polizist gemacht, man muss Zivilcourage zeigen.“ So sieht es auch sein Trainer, wenngleich Wuthe stöhnt: „Dass er jetzt im wichtigen Spiel gegen den BFC Preussen ausfällt, das ist schon tragisch.“

Von Andreas Krühler

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