Mein Fußball-Woche

20.01.2013

„Dann höre ich mit dem Fußball auf“

Burc Atsiz will mit dem ASV unbedingt aufsteigen

Spricht man Heinz Lassahn, den Abteilungsleiter Fußball des ASV Berlin, auf seinen Stürmer Burc Atsiz (22) an, bekommt man nur Lobeshymnen zu hören: „Burc stellt sich zusammen mit seinem Bruder Burak immer in den Dienst der Mannschaft und bringt viel Interesse für den Verein mit.“ Ein Lob, was der Gepriesene allerdings auch gleichermaßen zurück gibt: „Jemanden wie Heinz Lassahn habe ich noch nirgendwo im Fußball erlebt. So macht es einfach Spaß.“ In jedem Fall hat sich Burc Atsiz mit seinen 21 Saisontoren in der 3. Abteilung der Kreisliga B als äußerst treffsicher erwiesen. Allerdings steht für den Spieler der Erfolg der Mannschaft deutlich höher im Kurs als die Torjägerkanone: „Es nützt ja nichts, wenn ich Tore schieße, aber wir trotzdem verlieren. Ich bin ein Teamplayer.“

Seine wechselhafte fußballerische Laufbahn startete Burc Atsiz bei Rapide Wedding. Die erste für ihn wichtige Station aber war Viktoria 89, wo er in der Jugend zweimal hintereinander aufstieg. Diese Erfolge blieben auch im fernen Istanbul nicht verborgen, denn Atsiz wurde zweimal in Folge zum Sommercamp des Traditionsvereins Fenerbahce eingeladen. Allerdings nicht mit durchschlagendem Erfolg, wie Atsiz berichtet: „Beim ersten Camp klappte fast gar nichts. Ich war einfach nicht fit genug, um mich da wirklich durchsetzen zu können.

Es folgte aber eine weitere Einladung, wo ich mich behaupten konnte. Mit unserer Akademie-Auswahl haben wir sogar die Jugend von Fenerbahce besiegt.“ Für die ganz große Karriere reichte es aber trotzdem nicht, was auch an der Verletzungsanfälligkeit von Atsiz liegt. Ein Sehnenabriss stoppte unmittelbar nach dem Camp die Ambitionen, wobei es für den Berliner wohl auch so nicht geklappt hätte: „Ohne Connections läuft in der Türkei gar nichts.“

Es folgte ein erster Karriereknick. Zwar kam der Stürmer nach der Zwischenstation Brandenburg 03 beim damals in der Oberliga spielenden Spandauer SV zu ersten Einsätzen im Männerbereich, jedoch fiel die Umgewöhnung zu schwer: „Ich konnte im Prinzip körperlich gar nicht mithalten. So kam ich auch nur auf ein oder zwei Einsätze.“ Es kam zu einer mehrjährigen Fußballpause. „Ich wollte mich auf andere Dinge konzentrieren“, erklärt Atsiz, der bis vor kurzem mit einer Shisha-Bar selbstständig war. Doch so ganz ohne Fußball ging es dann doch nicht. „Ich hatte in der Zwischenzeit 30 Kilo zugenommen und wusste, dass ich wieder etwas machen muss“, sagt Atsiz, der über die Stationen Türkyurt und Rixdorfer SV im vergangenen Sommer beim ASV landete.

Dort versammelten er und sein Bruder Burak viele gemeinsame Freunde für den Neuaufbau einer ambitionierten Mannschaft um sich: „Zuerst war das nur zum Spaß. Nach drei Spielen haben wir aber gemerkt, dass wir oben mithalten können. Unsere Mannschaft, der Trainer und das Umfeld sind bereit für den Aufstieg.“ Dieses Ziel hat sich in der Mannschaft nun festgesetzt. Atsiz geht sogar noch weiter: „Wenn der Aufstieg nicht klappt, höre ich sofort mit dem Fußball auf. Das habe ich mir geschworen.“ Eine klare Ansage des Barca-Fans, die aber auch mit den zahlreichen Verletzungen zu tun hat: „Seit dem Sommer war ich schon viermal verletzt.“ An den spielerischen Fähigkeiten aufzusteigen zweifelt beim ASV niemand. Auch Atsiz nicht: „Wir können uns eigentlich nur selbst schlagen. Genug Qualität für den Aufstieg haben wir auf jeden Fall.“

Von Denis Roters

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