Mein Fußball-Woche

05.03.2017

Blitz-Hattrick von Netz

Seine sensationelle Niederlage, das 0:1 gegen den 1. FC Union zum Rückrundenauftakt in der DDR-Oberliga, hat der BFC Dynamo am Ende der Englischen Woche doch noch ganz gut verdaut. Mit einem 2:0 (1:0) beim FC Rot-Weiß Erfurt, das Rainer Wroblewski (12.) und Wolf-Rüdiger Netz (82.) herausschießen, kommen die Hohenschönhausener vier Tage nach ihrem Fehlstart wieder auf Kurs.

Weil sie aber noch immer ein wenig unter dem Schock der Derby-Niederlage stehen, legen sie in das nächste Heimspiel noch mehr Konzentration als auch Wucht. Am Ende steht ein überaus souveräner 6:0 (1:0)-Triumph über den FC Hansa Rostock, das den BFC zwei Zähler hinter Tabellenführer FC Carl Zeiss Jena (2:1 gegen Sachsenring Zwickau nach 0:1-Rückstand) und punktgleich mit Titelverteidiger Dynamo Dresden (2:0 beim FC Vorwärts Frankfurt/Oder) auf Tabellenrang 3 sieht.


Mann des Tages ist mal wieder Flügelflitzer Netz. Nachdem die Hanseaten bis knapp vor dem Wechsel stabil verteidigen und so gar nichts darauf schließen lässt, dass die Rostocker mit 2:12 Punkten und 6:20 Toren in der miesesten laufenden Serie sind und erst dann Frank Terletzki mit einem Foulelfmeter die Führung erzielt (41.), fallen die Hanseaten später völlig auseinander. Dabei schreibt Netz Oberliga-Geschichte, denn innerhalb von vier Minuten (63., 64., 66.) gelingt ihm ein Hattrick zum 4:0. In der Torschützenliste, die vom Magdeburger Joachim Streich mit elf Treffern angeführt wird, katapultiert sich der Dynamo-Außenstürmer mit nunmehr sieben Saisontoren auf den 6. Rang. Den Rest vom Schützenfest besorgen Ralf Sträßer (5:0/70.) und Wroblewski (6:0/87.).

Für Harry Nippert ist es vor 9500 Zuschauern im Friedrich-Ludwig-Jahn-­Sportpark ein ganz und gar gelungener Nachmittag. „Nachdem wir in der ersten Halbzeit ziemlich verklemmt wirkten, kam mit den Toren die Lockerheit in unser Spiel“, stellt der Trainer fest. Er darf schon vor der Partie ein wenig durchatmen, denn Hans-Jürgen Riediger gibt im Vorspiel bei der Nachwuchs-Oberliga nach langer Verletzungspause ein 45-minütiges Comeback. Nachwuchs-Trainer Herbert Schoen bescheinigt dem Nationalspieler: „Er hat unter wettkampfmäßigen Bedingungen trainiert und alle Belastungen mitgemacht.“ Obwohl Riediger bei seinen Chancen das Pech an den Stiefeln klebt, ist sein Einsatz nach der Pause auch deshalb drigend erforderlich, weil die Hanseaten 1:0 führen. Mit dem wiedergenesenen Sprintwunder drehen die Dynamos die Partie und gewinnen 2:1.

Einen Rückschlag erlebt der 1. FC Union. Nach dem Derby-Sieg und einem 1:1 (1:1) im Heimspiel gegen Halleschen FC Chemie, wobei Joachim Sigusch nur Sekunden nach dem Rückstand durch Werner Peter (34.) bereits den Endstand herausschießt, gibt es beim FC Karl-Marx-Stadt mit einem 0:2 (0:1) nach Toren von Jürgen Bähringer (15.) und Wilfried Göcke (54.) rein gar nichts zu holen. Allein weil Torhüter Wolfgang Matthies erneut einen Sahne-Tag erwischt, bleibt die Niederlage in erträglichem Rahmen. „Zu wenig war's, was wir an Durchschlagskraft und Angriffswucht boten“, sagt Klub-Chef Günter Mielis. Für Trainer Heinz Werner sind es die Haudegen, die enttäuschen. „In Mittelfeld und Angriff waren es zu meiner Überraschung die Routiniers, die nicht zurecht kamen und nach vorn wenig Wirkung erzielten.“

So hängt neben Karsten Heine auch Detlef Helms regelrecht in der Luft. Der erst 16-jährige Stürmer bestreitet sein Debüt in der Oberliga. Dafür bedarf es einer Sondergenehmigung des Verbandes. Nur: Seine Premiere hat sich der Junioren-Auswahlspieler etwas erfolgreicher vorgestellt. Ganz so mies ist sie dann aber doch nicht. Weil Hansa mit dem 0:6 beim BFC in der Tordifferenz unter die Eisernen fällt, verlassen die Männer aus Köpenick sogar einen Abstiegsplatz und verbessern sich vor Stahl Riesa und Rostock (alle mit 11:21 Punkten) auf den 12. Tabellenrang.

Von Robert Klein

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