01.09.2015

BFC Meteor III nach Tumulten suspendiert

TuS Makkabi III nach Ausschreitungen bislang nicht sanktioniert

In der Kreisklasse C kam es am Sonntag zu Ausschreitungen zwischen den jeweiligen dritten Mannschaften von Makkabi und Meteor. Dabei sollen antisemitische sowie antimuslimische Beleidigungen gefallen sein. Beide Vereine schieben sich nun gegenseitig den schwarzen Peter zu.

Mal wieder ist es am vergangenen Sonntag im Berliner Amateurfußball zu Ausschreitungen gekommen. Die Begegnung in der Kreisklasse C zwischen dem jüdischen Verein TuS Makkabi III und dem BFC Meteor 06 III auf der Julius-Hirsch-Sportanlage wurde nach 55 Minuten aufgrund von Handgreiflichkeiten abgebrochen. Auch antisemitische sowie antimuslimische Beschimpfungen sollen gefallen sein. Anschließend musste die Polizei anrücken, nun wird gegen vier Personen wegen Beleidigungen und Körperverletzungen ermittelt.

Der Hergang der Tat: Auslöser war die Auseinandersetzung zwischen einem Meteor-Spieler und einem Zuschauer, der dem Makkabi-Lager angehört. Dabei soll der Spieler den Zuschauer tätlich angegriffen und antisemitisch beschimpft haben. Nachdem der Schiedsrichter dem Akteur die Rote Karte hatte zeigen wollen, eskalierte die Situation. Es kam zu tumultartigen Szenen, mehrere Personen waren in Handgreiflichkeiten verwickelt. Schließlich brach der Schiedsrichter die Partie ab. Die Makkabi-Mannschaft verschanzte sich daraufhin in ihrer Kabine und verließ diese erst wieder, nachdem die Polizei „grünes Licht“ gegeben hatte.

Antimuslimische Sprüche habe es nicht gegeben, beteuert man bei Makkabi

Beide Vereine schieben sich nun gegenseitig den schwarzen Peter zu. Aus dem Lager des BFC Meteor, wo viele Spieler einen Migrationshintergrund haben, ist zu hören, dass auch die eigenen Spieler fremdenfeindlich beschimpft worden seien. Diesen Vorwurf bestreitet Claudio Offenberg, Sportlicher Leiter von Makkabi, vehement: „Das ist frei erfunden, von unserer Seite gab es keine antiarabischen oder antimuslimischen Sprüche.“ Offenberg findet es „unglaublich, wie der Verein Meteor mit der Angelegenheit umgeht“. Auch habe Meteor-Trainer Thomas Poganitz keineswegs deeskalierend gewirkt, sondern lediglich tatenlos dagestanden.

Dass der BFC Meteor die alleinige Schuld an der Eskalation habe, möchte Meteor-Geschäftsführer Adel Ghazi so nicht stehen lassen. „Das ist einfach nicht wahr, die Beschimpfungen kamen von beiden Seiten.“ Allerdings hat der BFC den Spieler, der die Tumulte mit ausgelöst hatte, suspendiert. „Wir überlegen auch, ihn aus dem Verein auszuschließen“, sagt Ghazi, der selbst nicht vor Ort war.

Meteor-Spieler vom Verein suspendiert und vom BFV gesperrt

Der Geschäftsführer wehrt sich gegen den Vorwurf, dass der BFC Meteor judenfeindlich sei. „Wir haben kein antisemitisches Problem, das war schlichtweg nur die Dummheit Einzelner“, meint Ghazi. Allerdings wollte er nicht bestreiten, dass es antisemitische Sprüche gegeben habe. Wie geht es jetzt weiter? „Ich würde mir wünschen, dass sich beide Vereine an einen Tisch setzen, um das Problem gemeinsam zu lösen“, sagt Ghazi.


Vom Berliner Fußball-Verband (BFV) gab es bereits eine erste Reaktion. So wurde der Spieler des BFC Meteor, der die Tumulte ausgelöst hatte, gesperrt. Darüber hinaus wurde die dritte Mannschaft des BFC bis auf Weiteres suspendiert. Gegenüber Makkabi gab es keine Sanktionen. „Diese vorläufige Entscheidung basiert auf dem Sonderbericht des Schiedsrichters“, sagt BFV-Pressesprecher Kevin Langner. Beide Vereine seien angehalten worden, sich schriftlich zu den Vorfällen zu äußern. Wann das BFV-Sportgericht die Angelegenheit verhandelt, steht noch nicht fest.

Einen ausführlichen Bericht zu den Vorfällen beim Spiel TuS Makkabi III gegen BFC Meteor 06 III lesen Sie am Montag in der Printausgabe der „Fußball-Woche“.


AK

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