Mein Fußball-Woche

16.07.2017

Bärenstarke Defensive

Meisterschaft und Aufstieg mit einem Jahr Verspätung: SV Tasmania II freut sich auf die Kreisliga A

Foto: Verein

In der Vorsaison ging’s noch schief. Da landete die Reserve des SV Tasmania nur auf Platz fünf. „Da hatten einige der höherklassig erprobten Spieler die Kreisliga B unterschätzt“, sagt Cihat Kaya, der ehrgeizige Trainer der Neuköllner. Der 40-Jährige zog daraus die richtigen Konsequenzen, trimmte die Mannschaft konsequent auf das Ziel Aufstieg – und schaffte es nach einem harten Dreikampf mit den Sportfreunden Charlottenburg-Wilmersdorf II und dem unglücklichen Tabellendritten Borussia 1920 Friedrichsfelde zum Titel in der 4. Abteilung der Kreisliga B. „Es war ein Staffellauf zum Titel“, so Kaya. „Wenn der eine schwächelte, übergab er an einen anderen, der dann die Zügel in die Hand nahm.“ 

Schließlich erfüllte sich die Vorgabe. Schon im vergangenen Sommer hatte der Trainer klar und deutlich das Ziel „Aufstieg in die Kreisliga A“ vorgegeben. Dabei nutzte ihm in erster Linie der umfangreiche Kader mit immerhin 30 Spielern. „Das war auch nötig. Mal fiel der eine aus, mal der andere“, erzählt Kaya. Am wichtigsten aber war, dass in der abgelaufenen Saison niemand mehr die Aufgabe unterschätzte. Der Dreikampf an der Spitze verlangte den Neuköllnern schließlich alles ab: Nach der Vorrunde war man zwar Zweiter und damit auf einem direkten Aufstiegsplatz, in der Hinrunde jedoch standen die Tasmanen nur ein einziges Mal an der Tabellenspitze. Das änderte sich nach der Winterpause. Platz 1 belegte man am 16., 17., 20., 21., 26., 27. und an den beiden letzten Spieltagen.
Niederlagen setzte es bei Friedrichsfelde, beim Rückrundenbesten Cimbria Trabzonspor II und gegen den Neuköllner Lokalrivalen Concordia Britz II. Und dann gab es noch nach einer Rudelbildung eine Wertung – das Spiel gegen Union Südost wurde für beide Mannschaften mit 0:6 als verloren gewertet. „Daher haben wir eigentlich nur 19 Gegentore kassiert“, rechnet Kaya. Aber auch die „amtlichen“ 25 Gegentreffer bedeuten Bestwert aller sechs Abteilungen in der Kreisliga B.


Ausschlaggebend für die gute Defensive waren die starken Leistungen von Torwart Dujan, Kapitän Ahmed Kaya, Corrigan sowie Neuzugang Manske. Die Abwehrstärke korrespondierte aber mit einer leichten Offensivschwäche. So wertet jedenfalls der Trainer die „nur“ 94 Tore. Dabei hatte er mit Kiratli und Ok sowie ab der Rückrunde mit Tüzen überdurchschnittlich gute Angreifer. Doch Kaya ist eben sehr ehrgeizig, wohl auch, weil ihn der „Misserfolg“ aus der Saison 2015/16 heute noch ärgert. Insgesamt aber war es eine Saison, an der am Ende nahezu alles passte.
Für die am 19./20. August beginnende Spielzeit in der Kreisliga A hat Trainer Kaya schon feste Vorstellungen. Zum einen setzt er auf die gute Kameradschaft innerhalb der Mannschaft. Zum anderen will er erneut mit einem Kader von etwa 30 Spielern agieren, um jede Posten mindestens doppelt besetzen zu können. Gleichwohl stehen bereits einige Neuzugänge fest wie zum Beispiel Piskin (von BSV Al-Dersimspor), der bereits in der vergangenen Saison in den Werner-Seelenbinder-Sportpark wechseln wollte. Hinzu kommen Franke (GW Neukölln II), Akar (Füchse Berlin), Kapuzo (Türkspor) und Radosavljevic (BFC Südring). Schmerzen könnte hingegen der Weggang von Tüzen: „Aber das ist noch nicht endgültig.“ Für die neue Saison gibt Kaya nunmehr das Ziel „gesicherter Platz im Tabellenmittelfeld“ vor.

Übrigens: Dass die Reserve des SV Tasmania sportlich durchaus überraschen kann, bewies sie in der vergangenen Saison im Pokal der 2. Männer. Dort schaltete sie zwei Bezirksligisten und sogar einen Landesligisten aus.

Die 94 Tore für den SV Tasmania II erzielten

Kiratli (27), Ok (24), Tüzen (12), Prehn (5), Karasu (4), Özkan (4), Güney (3), F. Istanbul (2), Manske (2), Samardzic (2), H. Cicek, Güngürmüs, Kaya, Koca, Kujundzija, Mengi, Özöz und Uzun. Hinzu kommt ein Eigentor.

Von Manuel Fernandes

Kommentieren

Vermarktung: