25.06.2017

AOK-Fußballtag: Munteres Treiben in Spandau

FK Srbija ein guter Gastgeber beim AOK-Fußballtag

Eine Regel für Gastgeber sagt: Warte so lange, bis der Letzte fertig ist, überlass ihm auch das beste Stück. FK Srbija hielt sich beim AOK-Fußballtag für Vielfalt und Toleranz am Sonnabend nur zum Teil daran, denn die F-Jugend des Vereins wurde vor etwa 230 Zuschauern nach einer überragenden Leistung Turniersieger. Nur die G-Jugend ließ brav anderen Teilnehmern den Vortritt und wurde unter zehn Mannschaften nur letzter Sieger. 20 Mannschaften hatten sich für das Turnier eingetragen. Nach einer Absage sprang Srbijas U 7 unvorbereitet ein.

Im Spandauer Helmut-Schleusener-Stadion ging es um 10 Uhr los mit dem munteren Treiben. Der gastgebende Verein war durch Daniela Bugarski und Zeljko Jovicic maßgablich an der Organisation beteiligt. Die auch vom Berliner Fußball-Verband unterstützte Veranstaltung steht seit einiger Zeit für ein tolerantes Miteinander und will das tägliche Lernen des respektvollen Umgangs fördern. „Das ist auch nötig“, meinte der gläubige Jovicic, Trainer und Mitarbeiter beim 2007 gegründeten Verein. „Wir leben immer noch ein wenig in der Diaspora, dürfen aber trotz allem kein Übergewicht von Moschee oder Kirche hier zulassen.“ Nur Fußball zähle, nicht mehr und nicht weniger. Als Turniersieger beim AOK-Fußballtag im letzten Jahr freute man sich zudem, nun Organisator zu sein. Bei der Zusage gab es kein Zögern, denn „von diesen Statements könne es nie genug geben“. Wer aber immer noch Schwierigkeiten habe, den Vereinsnamen Srbija richtig auszusprechen, möchte er mit auf den Weg geben, einfach Serbia zu sagen, bitte nicht Sibiria!


Soccer-Court, Kicker, ein Gerät zur Prüfung der Koordination und Tipps von Trainern beim DFB-Mobil waren die Beigaben. BFV-Präsident Bernd Schultz freute sich eine Zeitlang mit. Zur Freude des souveränen Moderators Michael Bernatek beließ es auch Petrus bei wenigen Tropfen. Als dann noch Herthinho seinen Auftritt hatte, kannte die Begeisterung bei den Kleinsten kein Halten mehr. So ließ sich auch verschmerzen, dass eine serbische Folkloregruppe abgesagt hatte.

Parallel fand ein Inklusionsturnier mit Hertha 03, SV Pfefferwerk und der Schule am Zwickauer Damm statt, die bereits vor Ende des Tages von Bernd Schultz beglückwunscht wurden. Im Endspiel der U 7 siegte der BAK mit 2:1 gegen Alemannia 06 (Dritter Viktoria), während bei der U 9 Gastgeber Srbija TeBe mit 2:0 besiegte (Dritter Oranje). Alle erhielten ihre Pokale von Daniela Teichert (AOK Geschäftsleitung). Die Schiedsrichter Cem Yazirlioglu und Arvin Golizadeh fanden ein wenig Abstand vom Liga-Alltag, denn zum Glück halten sich die Kleinen mit Kritik an den Entscheidungen ja noch zurück. 

Ohne Kritik kann es nicht bleiben, wenn bei einem Tag für Vielfalt und Toleranz (das Wort bedeutet „Ertragen“!) die Trainer der U 9 des TSV Rudow mit schlechtem Beispiel vorangehen. Eine Unstimmigkeit mit der Turnierleitung über die Platzierung und die erzielten Tore gegen Meteor 06 nutzten sie zum vorzeitigen Abgang. Da muss wohl noch weiter aufgeklärt werden, wenn es um Vorbilder und starke Zeichen geht. 

Von Frank Toebs

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