12.02.2018

Amateurfußball: Sponsor verzweifelt gesucht!

Pixabay / SeppH

Deutschland ist Fußballland! Rund 6,5 Millionen Menschen sind Mitglied in einem der mehr als 27.000 Vereine. Ein Großteil des investierten Geldes (Zuschauereinnahmen, Merchandising, Sponsoren etc.) landet bei den 36 Klubs der 1. und 2. Bundesliga. Wie kann da der Unterbau, sprich der Amateurfußball, überleben? 

Allein in Berlin sind mehr als 400 Vereine mit insgesamt 3.600 Mannschaften gemeldet. Der Amateurfußball sorgt für den Nachwuchs in den Profiteams, ist nicht nur deswegen ein unverzichtbarer Bestandteil der deutschen Fußballkultur. Aber wie werden diese Klubs eigentlich finanziert? Wofür dürfen sie werben und wofür nicht? Warum verzichten so viele Amateurvereine auf einen Aufstieg in eine höhere Spielklasse, selbst wenn sie diesen sportlich erreicht haben? 

Sponsoren müssen genehmigt werden

Während bei den Profis natürlich große, bundesweit bekannte Konzerne als Sponsoren auftreten, sind dies bei den Amateuren eher kleine beziehungsweise mittelständische Firmen, die oft aus dem jeweiligen Umland stammen. Nur selten finden sich Unternehmen wie Swiss Life Select, die den Amateur- und Breitensport über regionale Grenzen hinweg unterstützen. 


Bei der Wahl eines Sponsors müssen die Regeln des jeweiligen Landesverbandes beachtet werden, jeder potenzielle Sponsor muss vom Verband genehmigt werden. So ist beispielsweise die maximale Sponsorenzahl ebenso vorgegeben wie die Größe des Logos. Selbst bei der Farbe des Sponsorenlogos sind Verbandsvorgaben zu berücksichtigen. Zudem darf der Inhalt der Werbung nicht gegen Ethik und Moral verstoßen – darunter fallen Alkohol, Tabak und politische Inhalte. 

Aufstieg? Nein danke!

Amateurvereine sind eigentlich ständig klamm. Besonders, wenn der sportliche Aufstieg in eine höhere Klasse vor der Tür steht. Denn dann steigen die Kosten deutlich, unter anderem durch höhere Meldegebühren und erhöhte Sicherheitsanforderungen, die oft auch einen Umbau des Stadions nötig machen. Last but not least sind Mehrausgaben für den Kader fällig, um ihn fit für die neue Spielklasse zu machen. Alles Gründe, warum viele sportlich qualifizierte Vereine auf die neue Liga verzichten – denn mit leicht erhöhten Zuschauereinnahmen durch sportlich attraktivere Gegner sind die höheren Kosten in der Regel nicht zu decken.


Viele Klubs suchen ihr Heil daher im Merchandising. Klassiker wie Schals, Trikots und Kaffeetassen zählen ebenso zum Sortiment wie T-Shirts und Basecaps. Eins ist klar: Gerade in den unteren Klassen wird Fußball noch gelebt, hier ist die Seele des Fußballs zu Hause. Und nicht in den seelenlosen Betonschüsseln der Profivereine. 

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