31.01.2017

Als Spielertrainer vor dem Durchmarsch

Sascha Wernitz und Blau-Weiß Spandau – das passt

Üblicherweise ist der Crack der Hinrunde ein erfolgreicher Torjäger, ein herausragender Spielmacher oder Abwehrstratege. Sascha Wernitz (Blau-Weiß Spandau 03) fällt aus diesem Rahmen heraus. Dennoch hat er es verdient, an dieser Stelle vorgestellt zu werden. Denn seine Leistung in der Kreisliga B (6. Abteilung) ist saisonübergreifend mehr als beeindruckend.

Im vergangenen Jahr führte der heute 35-Jährige seine Mannschaft als Spieler und Trainer in die Kreisliga B. Stolze 28 Tore trug er zum Aufstieg bei und sorgte mit dafür, dass für die Spandauer Reserve nach vier Jahren in der Kreisliga C die Rückkehr in die Kreisliga B gelang. In dieser Saison nun will Wernitz erneut aufsteigen, sowohl als Spieler als auch als Trainer. „Es ist meine letzte Saison als aktiver Spieler“, sagt er, auch wenn er nicht ausschließt, nächste Saison mal wieder auszuhelfen. An diese Rolle musste er sich aus gesundheitlichen Gründen bereits in dieser Hinserie gewöhnen. Wenn’s nicht so richtig lief, wechselte sich der Trainer Sascha Wernitz ein. Er hätte sogar noch mehr gespielt. Aber angesichts diverser Verletzungen, die noch nicht vollständig ausgeheilt sind, „habe ich zuletzt immer mit Schmerzen gespielt“. Und diese Überwindung half damit mehr als einmal, seine Mannschaft zu stabilisieren.


Wernitz kam dabei immer seine langjährige Erfahrung und seine solide Ausbildung zugute. Er begann in der Jugend beim Spandauer SV, wo er in der A-Jugend in der Landesliga spielte. Mit dem SSV kam er dann auch in der Berlin-Liga zum Einsatz. Inzwischen wurde der Spandauer SV aus dem Vereinsregister gestrichen. Wernitz jedoch blieb Spandau treu. Er spielte beim SC Staaken, Alemannia 06 und Schwarz-Weiß Spandau in der Bezirksliga bzw. Kreisliga A. Ein Zwischenspiel gab er aber auch in Kreuzberg, als er für Eintracht Südring die Schuhe schnürte.
Der Wechsel zu BW Spandau hatte dann sachliche Gründe: „Das Konzept gefiel mir“, sagt er. Der Vorstand um Rainer Annenmüller macht nämlich viel für die „Zweite“: „Wir sind mit Trainingsjacken und anderen Dingen ausgestattet wie eine Oberligamannschaft.“ Und das Training, das Wernitz von seinen Spielern fordert, ist für Kreisliga-B-Verhältnisse intensiv: „Wir trainieren drei Mal pro Woche.“ Die Beteiligung ist mit 17 bis 20 Mann überdurchschnittlich hoch. Das liegt sicherlich auch am Coach, der die Einheiten interessant gestaltet: „Wir üben viel Taktik, Koordinierung und Pressing.“ 

Spielertrainer indes haben mitunter ein hausgemachtes Problem: Sind sie als Aktiver mal nicht gut drauf, gefährdet dies ihre Autorität. Bei Wernitz ist Letzteres aber bislang nicht der Fall. Seine Einwechslungen werden stets als sinnvoll erachtet. Mit Abay und Erol sowie seinem Cousin Dowall, den er zum Innenverteidiger umfunktioniert hat, stehen zudem einige Strategen auf dem Platz, die seine Linie umsetzen können. Insgesamt aber schwärmt der 35-Jährige von seiner Mannschaft: „Da hat jeder seine individuellen Fähigkeiten.“ Entsprechend mutig lautet Wernitz‘ Prognose: „Wir werden Erster oder Zweiter und steigen auf.“ Am (Spieler)trainer soll es nicht scheitern, auch wenn er oft genug recht temperamentvoll auf und neben dem Platz agiert.

Seinem Verein Blau-Weiß Spandau will Wernitz übrigens die Treue halten. Das liegt neben dem guten Vereinsklima nicht zuletzt an der G-Jugend. Dort trainiert der Vater von vier Kindern seinen Sohn Leandro. Der Sechsjährige hat in dieser Saison bereits 40 Tore geschossen. Bleibt er auf diesem Kurs, wird der Name Wernitz als Torjäger in Spandau weiterleben.

Von Manuel Fernandes

Kommentieren

Vermarktung:

Mehr zum Thema