Mein Fußball-Woche

04.06.2014

Ademi köpft Pelivan-Freistoß ein

A-Jugend: Frecher und begeisternder Auftritt des Nordberliner SC wird nicht belohnt

Abwechselungsreicher und spannender kann ein Finale eigentlich nicht sein. Wenn auch die Trefferfülle bei den Trainern ein Stirnrunzeln verursachte. Hertha-Coach Michael Hartmann war trotz aller Glücksgefühle über den späten Erfolg doch eher kritisch geneigt. „Die Partie mit ihren Höhen und Tiefen spiegelt unseren gesamten Saisonverlauf wider.

Gegen Mannschaften auf Augenhöhe oder gegen jene, wo wir überlegen agierten, konnten wir keine deutlich positiven Resultate erzielen“, sagte Hartmann. „Dabei reichte häufig die Chancenvielfalt zu eventuellen Erfolgen, die aber durch die Anfälligkeit des Abwehrgefüges beim weiträumigen, gegnerischen Passspiel nicht zu Stande kamen.“ Völlig richtig lag Herthas Coach in der für ihn unbefriedigenden Analyse nach der Enttäuschung vier Tage zuvor, als die Endrunden-Teilnahme zur Deutschen Meisterschaft ganz knapp verpasst wurde. Nur im Gegensatz zum Nordberliner Trainer Michael Linde hatte er diesmal die Siegesfreude – und die Gewissheit über die Teilnahme am DFB- DFB-Pokal in der kommenden Saison. Wie dicht Sieg und Niederlage beieinander standen, bekam der Nordberliner SC derweil mit aller harten Deutlichkeit zu spüren. Nach Nickels herrlichem Heber eben noch wie der Sieger aussehend, drehte sich das Blatt innerhalb von vier Minuten. Selbst ein Elfmeterschießen kam nicht mehr in Betracht, weil Ademi, zuvor mehrmals aussichtsreich (33., 47., 48.) an Torhüter Zitzke gescheitert, Pelivans Freistoß unerreichbar einköpfte. Wie erstarrt zeigten sich danach die Nordberliner Trainer und Betreuer sowie die zuvor lautstark anfeuernde Fangruppe. Jegliche Trostversuche, ob von BFV-Präsidenten Bernd Schultz oder vom Geschäftsführer des Pokal-Namensgebers Axel Lange, trafen kaum auf Gehör. Zu tief saß die Enttäuschung nach der Partie, in der dem um zwei Klassen höheren Bundesligisten alles abverlangt wurde und wo für Nickel, N. Wittur und Stettin Möglichkeiten zum früheren Vorsprung erspielt wurden. Impulse dazu entstanden mit durchdachten Aktionen von Pritzel, Nickel und A. Wittur. Auch Boldt, Niebel, Fechner sowie N. Wittur waren im Offensivdrang kaum zu bremsen. Doch am Ende hatte Hertha die Nase vorn.

Hertha BSC – Nordberliner SC 4:3 (2:2)

HERTHA: Lundt – Mansfeld, Beyer, Rademacher (46. Rohloff), Körber – Kohls (77. Sucsuz), Pelivan – Rausch, Kauter – Hasse (57. Pronichev), Ademi. NORDBERLINER SC: Zitzke – Wiesenthal, Niebel, Boldt (90. Diatezua), N. Wittur, Fechner (90. Jose), Nickel – Kamara (55. Hevecke), A. Wittur – Pritzel, Stettin (88. Sagelsdorf). SR: Hussman (1. FC Schöneberg) – Z: 1500. TORE: 1:0 (4.) Ademi, Lupfer über Torhüter Zitzke; 1:1 (15.) Boldt, halbhoch nach Freistoß von N. Wittur; 2:1 (22.) Mansfeld, volley unter den Balken nach Querschläger in der NSC-Abwehr; 2:2 (24.) Nickel, Kopfball nach Kauter-Flanke; 2:3 (78.) Nickel, langer Heber ins Eck; 3:3 (84.) Ademi, schließt sein Dribbling mit Flachschuss ins Eck ab; 4:3 (90.) Ademi, Kopfball nach Pelivan-Freistoß. GELBE KARTEN: Ademi – Rausch. BESTE SPIELER: Kohls, Pelivan, Rausch – Pritzel, Nickel, Kamara, Zitzke.

Von Manfred Gräf

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