Mein Fußball-Woche

09.07.2017

20 Siege hintereinander

FC Kreuzberg holt den knapp verpassten Aufstieg aus dem Vorjahr nach – Ungeschlagen von September bis April

Foto: Verein

Tolga Türkmen, Spielertrainer des FC Kreuzberg, kann auf eine rundum gelungene Spielzeit zurückblicken: „Die Saison ist ganz nach unseren Vorstellungen verlaufen.“ Tatsächlich dominierte seine Mannschaft die, wie er betont, „sehr starke“ 1. Abteilung der Kreisliga B in den vergangenen Monaten nach Belieben, nachdem sie in der Vorsaison als Aufsteiger mit Tabellenplatz drei bereits eine starke Vorstellung abgeliefert hatte. Damals hatte der FC Kreuzberg nur wegen zu vieler am Grünen Tisch verlorener Partien den direkten Durchmarsch in die Kreisliga A verpasst. „Dieses Jahr wollten wir Meister werden, alles andere wäre für uns nach dem starken Abschneiden in der Saison davor enttäuschend gewesen“, so Türkmen.

Der auch von der Ligakonkurrenz als Titelfavorit gehandelte Klub ließ den Worten Taten folgen, hatte dabei aber mit einem kleinen Stotterstart zu kämpfen: Mühte man sich zum Saison­auftakt beim BSC Kickers 1900 II noch zu einem 4:3-Auswärtssieg, stellte der BFC Meteor 06 II der Türkmen-Elf eine Woche später in ihrem ersten Heimspiel ein Bein und entführte durch ein spätes 4:3 alle drei Zähler von der Wiener Straße. An die Hitzeschlacht vom 28. August kann sich der Spielertrainer noch gut erinnern: „Bei 38 Grad spielen und dann zweimal einem Rückstand hinterherrennen zu müssen, ist schon extrem schwer.“ 


Danach aber fand der Kreuzberger Verein in die Erfolgsspur, eilte zwischen dem dritten und neunten Spieltag (8:1 beim FC Treptow II) souverän von Kantersieg zu Kantersieg. Erst das Heimspiel Mitte November gegen den ebenfalls als heißen Aufstiegsanwärter eingeschätzten Liganeuling Polar Pinguin, den man mit 1:0 bezwang, leitete eine Phase ein, in welcher die Siege nicht mehr deutlich, sondern zum Teil denkbar knapp ausfielen. Doch letztlich zählte nur, dass man – abgesehen von den Pinguinen – auch gegen die beiden anderen Kontrahenten im Aufstiegskampf, Cimbria Trabzonspor und BSV Al-Dersimspor II, mit jeweils 3:2 die Oberhand behielt. Der Lohn: die Herbstmeisterschaft.
Der FC Kreuzberg ritt auch über weite Teile der Rückrunde auf seiner Erfolgswelle weiter. Doch obschon die Mannschaft fast in jedem Spiel für den Gegner eine Nummer zu groß war, musste man nach den Niederlagen bei Polar Pinguin (0:3; 25. Spieltag) und Trabzon­spor (2:6; 27. Spieltag) noch einmal ernsthaft um die als Saisonziel ausgegebene Meisterschaft zittern, da die drei Verfolger plötzlich bis auf teilweise drei Punkte wieder an die Kreuzberger herangerückt waren. Durch einen 8:4-Auswärtssieg bei Al-Dersimspor II wurde die starke Saison, in der man sich keine nennenswerte Schwächephase geleistet hatte, am letzten Spieltag dann aber doch noch mit dem Platz an der Sonne vergoldet.

Spielertrainer Türkmen tut sich allerdings schwer damit, einzelne Mitspieler als die absoluten Säulen des Erfolgs hervorzuheben. Er verweist stattdessen darauf, dass Qualität und Leistungsdichte in allen Mannschaftsteilen „sehr hoch“ gewesen seien. Das sei auch der Grund, weshalb sich das Gesicht des Teams im Sommer kaum verändern werde. Großartig auf dem Transfermarkt aktiv werden wolle der FC Kreuzberg jedenfalls nicht.
„Die Kreisliga A wird läuferisch schon etwas strapaziöser werden für uns“, mutmaßt Türkmen und denkt dabei vor allem an den relativ hohen Altersdurchschnitt innerhalb seines Kaders. „Da ist es schon ein großes Glück, dass wir mit Hakan Erdem wenigstens einen jungen Spieler hinten in der Abwehr haben“, ergänzt der Spielertrainer lachend. Trotzdem ist er sich aufgrund der vielen höherklassig erfahrenen Akteure sicher, dass der FC Kreuzberg auch eine Liga höher eine gute Rolle spielen wird. Im Kader befänden sich jedenfalls genug ehrgeizige Spieler. Wenn es aber mit dem ganz großen Wurf – einem neuerlichen Aufstieg – nicht gleich im ersten Anlauf klappen sollte, sei das „auch nicht so tragisch“, so Türkmen. Stattdessen habe die Freude am Fußball, allen sportlichen Bestrebungen zum Trotz, auch weiterhin oberste Priorität.

Die 146 Tore für den FC Kreuzberg erzielten

Yilmaz (24), Meseci (20), Halat (19), S. Erdem (12), Türkmen (10), F. Erdem, Koz, Ünal (alle jeweils 9), H. Erdem (6), Zekir Oglou (5), Kocak, Özvatan, Senel (alle jeweils 4), Alkan, Keser (beide jeweils 3), Altun (2), Beyaz, Yaya (beide 1). Hinzu kommt ein Eigentor.

Von Maximilian Voigt

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