14.10.2017

12.000 Fans im Poststadion

In dieser Woche vor 30 Jahren

Seit Saisonbeginn erfreute sich die Oberliga in Berlin selten erlebter Beliebtheit. Vor allem die türkischen Fans strömten in Scharen zu den Spielen von Türkiyemspor, die als Aufsteiger für Furore sorgten. Egal, ob im heimischen Katzbachstadion oder auf fremden Plätzen – die Vereine durften sich stets über vierstellige Zuschauerzahlen freuen. 

Hertha BSC, wenige Monate zuvor in der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga tragisch gescheitert, hatte in den ersten Begegnungen dieser Saison schon zwei Niederlagen einstecken müssen, als man Türkiyemspor im Poststadion, wo der Ex-Bundesligist seine Heimpartien austrug, zum Spitzenspiel empfing. 12.000 Besucher sorgten für einen neuen Zuschauerrekord in der Oberliga. Hertha hatte sich kurz zuvor mit dem ehemaligen Schalker Torsteher Junghans und dem Ex-TeBe-Stürmer Dietrich verstärkt. Nach anfänglicher Überlegenheit der Türken sorgte Krawczyk nach der Pause für die Führung der Herthaner, ehe Rinke zehn Minuten vor dem Abpfiff den 2:0-Endstand erzielte. Für Türkiyemspor, mit einem Spiel gegenüber der Konkurrenz im Rückstand, war es die erste Saisonniederlage. Hertha rückte auf den 2. Tabellenplatz vor.


Die erste Niederlage musste auch Tennis Borussia einstecken. Bei Tasmania unterlagen die Borussen vor 1250 Besuchern mit 1:3 (0:1). Mähl hatte die von Herthas Ex-Profi Michael Sziedat trainierten Neuköllner mit 2:0 in Führung gebracht, Scheunemann gelang der Anschluss, ehe Wollschläger sieben Minuten vor dem Ende auf 3:1 erhöhte. TeBe blieb trotz der Niederlage mit 17:3 Punkten an der Tabellenspitze vor Hertha BSC (16:4) und Türkiyemspor (14:4).
Blau-Weiß 90 hatte nach dem Abstieg aus der Bundesliga schwer zu kämpfen, um sich in der 2. Bundesliga zu behaupten. Das Zuschauerinteresse hielt sich arg in Grenzen, oft verloren sich nur 3000 bis 4000 Inter­essierte im Olympiastadion, obwohl die Mariendorfer auf eigenem Platz lange Zeit ungeschlagen blieben. 

Dagegen lief es auswärts längst nicht so gut. Eine Woche nach dem glatten 3:0-Heimerfolg über den SV Meppen unterlagen die Blau-Weißen mit 1:2 beim Tabellenletzten Arminia Bielefeld. Schlumberger (51.) hatte die Berliner in Führung gebracht, doch nur drei Minuten später glich Ridder aus, ehe Westerwinter (69.) der Siegtreffer gelang. BW-Trainer Bernd Hoss war restlos enttäuscht von seiner Mannschaft: „Wenn man die angeschlagene Arminia so wohlwollend behandelt wie wir, dann braucht man sich über eine Niederlage nicht zu wundern.“ Blau-Weiß lag nach dem 13. Spieltag mit 13:13 Punkten auf Platz 12 im 20er-Feld.

Von Rainer Fritzsche

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