Mein Fußball-Woche

30.07.2012

Spandauer Pokal: Staakener Triumph nach 26 Jahren

Ferdi Görgen trifft rotzfrech mit der Hacke.

16 lange Jahre lang hatte Konrad Birkholz als Spandauer Bürgermeister es sich nicht nehmen lassen, „seinen Pokal“ an den Sieger zu übergeben. Nun war erstmals der neue erste Mann im Spandauer Rathaus, Helmut Kleebank (SPD), an der Reihe. „Ich habe zwei tolle Spiele gesehen“, sagte der 47-Jährige.

„Mein herzliches Dankeschön gilt aber besonders den Menschen, die hier jedes Jahr ehrenamtlich tätig sind und ohne die eine solche Veranstaltung nicht möglich wäre.“ Allen voran natürlich Chef-Organisator Matthias Zimmermann, der sich über 1320 Zuschauer an allen acht Veranstaltungstagen freuen konnte (im Vorjahr waren es nur 1090).

Den Platzregen des Vormittags am Endspieltag steckte der sich in so gutem Zustand wie selten präsentierende Rasen am Ziegelhof so gut weg, dass beide Endspiele hier stattfinden konnten. Der SC Staaken, der 2011 noch dem SC Gatow im Elfmeterschießen unterlegen war, konnte sich erstmals seit 1986 über den Sieg bei diesem prestigeträchtigen Turnier freuen. Die Siegerehrung war kaum vorbei, schon öffnete der Himmel nochmals seine Schleusen. Aber das konnte den Beteiligten nun egal sein.

Halbfinale

SSC Teutonia – SC Staaken 0:1 (0:0)

TOR: 0:1 (60.) Thiele.

GELB-ROTE KARTE: 79. Hoyzer (F+M).

Die Partie hielt nicht ganz, was wohl die meisten der immerhin 213 Besucher am Freitagabend im Sportpark Staaken erwartet hatten. Beide Mannschaften hielten sich vornehm zurück, man begegnete sich mit viel Respekt und wollte vor allem eins: keine Fehler machen. Selbst nach der Staakener Führung, die der junge Thiele nach einer Stunde erzielte, machte Teutonia nicht bedingungslos auf. Erst nach Hoyzers Hinausstellung ging ein Ruck durch die Mannschaft, der klassenhöhere SC Staaken aber ließ nichts mehr anbrennen.

SC Alemannia 06 – Spandauer SV 0:8 (0:3)

TORE: 0:1 (12.) Badur; 0:2 (21.) Serkan (FE); 0:3 (35.) Ögenc; 0:4 (47.) Ögenc; 0:5 (54.) Possehl; 0:6 (67.) Kasper; 0:7 (71.) Aydin; 0:8 (82.) Aydin.

Der Spandauer SV wurde seiner Favoritenrolle von Beginn an gerecht und setzte die Haselhorster sofort unter Druck. Schnelle Tore für den Favoriten zeigten an, wohin die Reise geht. Der SSV ließ Ball und Gegner laufen und schoss sich für das Finale ein. Auch mit der klaren Führung im Rücken ließ der SSV nicht locker und ging am Ende als 8:0-Sieger vom Platz.

Viertelfinale

SSC Teutonia – SC Gatow 2:2 (1:1),

Elfmeterschießen 5:4

TORE: 1:0 (18.) Müller; 1:1 (35.) Weglinski; 2:1 (60.) Müller (FE); 2:2 (78.) Bechem.

Ein attraktives Spiel am Dienstag vor 169 Zuschauern fand seinen Sieger erst im Elfmeterschießen. Hier scheiterte Bechem als letzter Gatower Schütze an Teutonias Wendler, Hoyzer verwandelte und setzte seiner guten Leistung das i-Tüpfelchen auf. Gatow schlug die technisch feinere Klinge, Teutonia hielt kämpferisch voll dagegen.

SC Staaken I – SC Staaken II 5:0 (1:0)

TORE: 1:0 (43.) Gigold; 2:0 (55.) Gigold; 3:0 (58.) Thiele; 4:0 (66.) Gigold; 5:0 (75.) Ali Sinan.

Es gab keine „Stallorder“, die Staakener Reserve mit Trainer Daniel Kujath hatte sich viel vorgenommen und hielt eine Halbzeit lang gut mit. Den Nackenschlag gab es kurz vor der Pause, als Gigold die Führung gelang. Nach dem 2:0 war die Partie im Prinzip gelaufen, der Rest war Schaulaufen für die Erste. Die ersten drei Treffer übrigens hatten ihren Ursprung in Freistößen. An ihrem Abwehrverhalten bei Standards muss die Zweite also noch arbeiten.

Schwarz-Weiß Spandau – SC Alemannia 06 3:3 (1:2)

Elfmeterschießen 4:5

TORE: 1:0 (3.) Jahn; 1:1 (10.) Schneider; 1:2 (43.) Awuah; 2:2 (50.) Bremer; 2:3 (84.) Pluskart; 3:3 (85.) Lindemann.

Das Elfmeterschießen endete fast schon tragisch. Alemannias Heise lief an, versenkte den Ball zur Entscheidung, aber in seine Freude stach der Schmerz. Beim Schuss hatte sich Heise das Bein verdreht, nun humpelte er von dannen. Schmerzen über den K.o. verspürten auch die Schwarz-Weißen, die nach Bremers 2:2 ein Spiel auf ein Tor initiierten, den Ball aber bei zahlreichen Chancen nicht im Kasten unterbrachten. Bremer scheiterte mehrmals am überragenden Alemannia-Keeper Bagezit.

SF Kladow – Spandauer SV 2:4 (0:2)

TORE: 0:1 (8.) Inanc; 0:2 (12.) Aydin; 1:2 (59.) Schulz; 2:2 (68.) Strehl; 2:3 (70.) Inanc; 2:4 (85.) Aydin (FE).

Der SSV rannte und spielte die Sportfreunde in der starken Anfangsphase in Grund und Boden und belohnte sich mit zwei Toren. Aber Kladow kam nochmal zurück – und nach dem 2:2 hatte Thiel die große Chance zur Führung. Doch er scheiterte am sensationell parierenden Wiese. Im Gegenzug machte Inanc vor 165 Zuschauern am Mittwoch das 3:2. Die Kladower ließen die Köpfe hängen, Aydin setzte den Schlusspunkt.

Von Bernd Karkossa

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